Petra Kaps, Holger Schütz Privatisierung von
Arbeitsvermittlungsdienstleistungen – Wundermittel zur
Effizienzsteigerung?
Eine Bestandsaufnahme deutscher und internationaler Erfahrungen
Seit 1998 – und verstärkt im Zuge der so genannten Hartz-Reformen – werden
Vermittlungsdienstleistungen privater Anbieter zunehmend öffentlich über
Contracting Out und Gutscheinverfahren gefördert und als Alternative zur
öffentlichen Arbeitsvermittlung diskutiert. Das vorliegende Papier stellt
aktuelle theoretische und empirische Befunde zu diesen Privatisierungsformen
vor. Zunächst werden die Funktionsvoraussetzungen einer Steuerung der
Dienstleistungserbringung durch private Agenten im Auftrag eines öffentlichen
Prinzipals an so genannten Quasi-Märkten erörtert. Sodann werden Ergebnisse der
Evaluation der neuen Vermittlungsinstrumente Beauftragung Dritter nach § 37 SGB
III, Eingliederungsmaßnahmen nach § 421i SGB III und dem Vermittlungsgutschein
vorgelegt, gefolgt von Befunden zum Kontraktmanagement von
Arbeitsvermittlungsdienstleistungen in Australien, Großbritannien (Employment
Zones) und den Niederlanden. Aufgrund der deutschen und internationalen
Ergebnisse kommen die Autoren zu dem Schluss, dass angesichts der komplexen
Funktionsvoraussetzungen und des hohen Regulierungsbedarfs die
Effizienzsteigerungspotentiale der Arbeitsvermittlung durch die Beauftragung
privater Dritter beschränkt bleiben. Der Ausbau der dezentralen
Handlungsspielräume der öffentlichen Arbeitsvermittlung stellt eine funktionale
Alternative der Effizienzmobilisierung dar, deren Möglichkeiten noch nicht
ausgeschöpft werden.