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Bildung, Arbeit und LebenschancenArbeitsmarktpolitik und Beschäftigung

Bildung, Arbeit und Lebenschancen

Abteilung Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung





Projektfeld Europäisierung des Arbeitsmarkts und der Arbeitsmarktpolitik


 

  Ziel des Forschungsbereiches ist es, Europäisierungstendenzen in der Arbeitsmarktpolitik der EU-Mitgliedsländer nachzuzeichnen und zu erklären. Dabei geht es um den Einfluss supranationaler Institutionen wie der EU-Kommission und des Ministerrats auf die nationale Gestaltung von Arbeitsmarktpolitik. Es geht aber auch um die wechselseitige Beeinflussung der Mitgliedsländer untereinander (Politikdiffusion) sowie die Verflechtung der sich entwickelnden EU-Beschäftigungspolitik mit anderen Politikfeldern wie beispielsweise der EU-Strukturpolitik. Der methodische Zugang in diesem Forschungsbereich umfasst eine weite Spannbreite von qualitativen Fallstudien bis hin zu makro-quantitativen Vergleichen.

 

 
●  Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer in Europa

Projektleitung: Dr. Miriam Hartlapp

Ausgangspunkt dieses Projekts ist die Zielsetzung der Europäischen Beschäftigungsstrategie (EES), die Beschäftigungsquote der 55 bis 64-jährigen bis 2010 auf 50% zu steigern; das durchschnittliche Alter beim Ausscheiden aus dem Beschäftigungsleben soll 65 Jahre betragen. Es stellt sich die Frage, ob und wie diese Zielsetzung nationale Politiken beeinflusst.

Aus einer rational choice Perspektive sollten die unverbindlichen Leitlinien der EES wenig Einfluss auf hochpolitische nationale Reformen haben. Andererseits gibt es eine Reihe von Forschungsarbeiten, die argumentieren, dass Ideentransfer und Lernprozesse eine wichtige Rolle spielen. Schließlicht könnte man annehmen, dass die Steigerung der Beschäftigungsquote Älterer zum europäischen Thema wurde, weil einer Lösung auf nationaler Ebene Hindernisse im Weg standen. Diese und ähnliche Annahmen werden in zwei Projektblöcken bearbeitet: Zunächst werden in einem Ländervergleich die 55 bis 64-jährigen Beschäftigten untersucht. Welche Gruppen von Arbeitnehmern, Sektoren und Beschäftigungsformen lassen sich unterscheidet? Welche Ländermuster ergeben sich für Beschäftigungsquoten Älterer in bestimmten Bereichen?

Dann wird aus politikwissenschaftlicher Perspektive analysiert, welche Institutionen (auf staatlicher, sozialpartnerschaftlicher und betrieblicher Ebene) die Teilnahme älterer Personen am Arbeitsleben bestimmen und wie sie sich verändern. Zentrale Fragestellungen sind: Wann wurde der demographische Wandel zum Beschäftigungspolitischen Thema? Welche Akteure und Interessen konnten sich in Reformprozessen durchsetzen? Und welche Rolle kommt der EES als neue Steuerungsform im europäischen Mehrebenesystem zu?

 

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  ●  Die Anwendung von polit-ökonomischen Theorien auf die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitiken in der Europäischen Union

Projektleitung: Achim Kemmerling

Ziel des Forschungsprojekts ist es, die für die Ebene nationaler Politiksysteme entwickelten politik-ökonomischen Modelle auf die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitiken einer sich erweiternden Europäischen Union anzuwenden. Die zentrale Fragestellung ist dabei, wie politische Entscheidungen in diesem Bereich zustande kommen, und welche Determinanten hierfür entscheidend sind. Das Projekt ist zwischen den beiden Disziplinen Ökonomie und Politik angesiedelt und versucht, die sich daraus entwickelnde Forschungstradition auf ein komplexeres politisches System, nämlich das der EU anzuwenden. Empirisch werden in diesem Zusammenhang v.a. das Ausmaß von Reformtätigkeiten auf nationaler Ebene, aber auch die für diesen Politikbereich einschlägigen EU-Politiken, etwa Strukturfonds, untersucht.

 

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