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Bildung, Arbeit und LebenschancenArbeitsmarktpolitik und Beschäftigung

Bildung, Arbeit und Lebenschancen

Abteilung Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung





Neue Selbstständige im europäischen Vergleich. Strukturen, Dynamik, Förderung und soziale Sicherung von neuer selbstständiger Erwerbsarbeit


 

Für fünf europäische Länder werden auf der Basis von ExpertInneninterviews und  Umfragedaten die Struktur der Selbstständigkeit, ihre Dynamik, ihre arbeitsmarktpolitische Förderung sowie die soziale Sicherung von Selbstständigen aufgezeigt. Der Begriff der „neuen Selbstständigkeit“ wird aus dem jeweiligen länderspezifischen Verständnis abgeleitet.

Projektleitung: > Dr. Karin Schulze Buschoff, >Prof. Dr. Günther Schmid
Laufzeit: Mai 2004 bis April 2006
Förderung: aus Mitteln der ¬Hans-Böckler-Stiftung

1. Kontext / Problemlage

In der Mehrzahl der europäischen Länder ist seit den 80er Jahren eine Zunahme an selbstständiger Erwerbsarbeit (außerhalb der Landwirtschaft) zu beobachten. In Deutschland ist dies verbunden mit einer wachsenden Zahl von „neuen Selbstständigen“, die häufig direkt aus der Ausbildung oder der Arbeitslosigkeit kommen und im Dienstleistungsbereich Klein-Unternehmen mit nur geringem Kapital gründen. Dies geht mit einer stärkeren Arbeitsmarktdynamik einher, so dass häufigere Wechsel in und aus der Selbstständigkeit heraus Bestandteil der Erwerbsbiographien eines wachsenden Teils der Bevölkerung werden. Dadurch ergeben sich neue Herausforderungen für die Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Es gilt die Ausweitung „prekärer“ Selbstständigkeit zu verhindern. Konzepte der sozialen Sicherung müssen sich auf flexible Erwerbsverläufe einstellen, die zunehmend Phasen der Selbstständigkeit aufweisen.

2. Fragestellung

Der Schwerpunkt der Analysen richtet sich auf  ländertypische Unterschiede der Situation Selbstständiger:

Wie gestaltet sich das Ausmaß, die Struktur, die Entwicklung und die Dynamik der Selbstständigkeit in den einzelnen Ländern?
Inwiefern ist eine Renaissance der Selbstständigkeit mit einer Zunahme „neuer Selbständigkeit“ verbunden?
Gibt es im europäischen Vergleich Ansatzpunkte für eine gelungene Ausgestaltung der sozialen Sicherung und weiterer wesentlicher Rahmenbedingungen für die betreffenden Beschäftigtengruppen?

Ziel ist es, die Theorie der „Übergangsarbeitsmärkte“ um Kenntnisse der Veränderungsdynamik in dem Arbeitsmarktbereich Selbstständigkeit zu präzisieren. Weiterhin soll in europäisch vergleichender Perspektive ein Beitrag zur Weiterentwicklung des „flexicurity“-Konzepts für diesen Bereich geleistet werden.

3. Untersuchungsmethoden

Für einen exemplarischen Vergleich von wohlfahrtsstaatlichen Kontexten der Selbstständigkeit werden Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Schweden und Italien ausgewählt. Mit dieser Auswahl wird ein breites Spektrum innerhalb der Vielfalt Europas abgedeckt. Die Bestandsaufnahmen der Strukturen, der Dynamik und der sozialen Sicherheit der Selbstständigen erfolgt auf der Basis von Auswertungen international vergleichender und nationaler Repräsentativbefragungen und Statistiken. Neben den quantitativ-statistischen Analysen ist ein qualitativ methodischer Zugang über ExpertInneninterviews vorgesehen. Diese sollen insbesondere über länderspezifische institutionelle Regelungen, die mit den Repräsentativbefragungen nicht zu erfassen sind, Aufschluss geben.  





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