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Bildung, Arbeit und LebenschancenArbeitsmarktpolitik und Beschäftigung

Bildung, Arbeit und Lebenschancen

Abteilung Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung





Abgeschlossene Projekte


 

 

Auswirkungen und Anpassungen der europäischen Arbeitslosenversicherungen auf flexible Beschäftigungsformen

Qualifikationsbedarf in Ländern der OECD - Ermittlung, Analysen und Implementation

v

Managing Social Risks Through Transitional Labour Markets (tlm.net)

Industrielle Beziehungen und soziale Nachhaltigkeit. Wandel von Governance-Strukturen im deutschen System der industriellen Beziehungen

Effizienzmobilisierung der Arbeitsverwaltung: Leistungsvergleich und Lernen von guten Praktiken/Benchmarking

Privatisierung der Arbeitsverwaltung und Kontraktmanagement

Balance von Arbeit und Leben – Arbeitszeitflexibilisierung, individuelle Lebensführung und neue Zeitarrangements

>

Human Capital Effects of the Welfare State

>

Working-time Policy, Households and the Welfare State{Project: Working-time policy, Household and the Welfare State

Aktive Arbeitsmarktpolitik
  Beschäftigungsfähigkeit: Konzepte und Politische Maßnahmen
  Beschäftigungspolitische Determinanten der Dienstleistungen

>

Human Capital Effects of the Welfare State

>

Working-time Policy, Households and the Welfare State{Project: Working-time policy, Household and the Welfare State
  Leistungsfähigkeit der öffentlichen Arbeitsverwaltung im internationalen Vergleich
  Beschäftigungsdynamik und Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union
  Soziale Integration durch Übergangsarbeitsmärkte
  v   Modul 1: Beschäftigungssysteme im Wandel
v   Modul 2: Arbeitszeitregimes und Haushalte
  Modul 3: Bildung und Weiterbildungsübergänge
  Modul 4: "Aktive Arbeitsmarktpolitik"
v   International Handbook of Labour Market Policy and Evaluation - Follow Up
v   Teilzeitarbeit
  Future of Work
v   Befristete Beschäftigung in der EU
v   Die Beschäftigungsdynamik in der Europäischen Union
v   Arbeitszeitregelungen und Arbeitsangebot
v   Leistungsvergleich von Beschäftigungssystemen
v   Public Employment Service
v   Verhandlungen in der Arbeitsmarktpolitik


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Auswirkungen und Anpassungen der europäischen Arbeitslosenversicherungen auf flexible Beschäftigungsformen (Janine Leschke)

 

Dissertationsprojekt (abgeschlossen): Janine Leschke

Das Konzept „flexicurity“ steht im Mittelpunkt der Arbeit. Es umschreibt die idealtypische Situation flexiblerer und anpassungsfähigerer Arbeitnehmer, deren höhere Risiken gleichzeitig durch soziale Sicherung und befähigende Maßnahmen abgefedert werden.

Es wird untersucht, inwiefern Teilzeitbeschäftigte und befristet Beschäftigte einem höheren Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt sind und wie ihre Sicherungssituation im Falle der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu so genannten Standardbeschäftigten aussieht. Der Arbeit liegt die Hypothese zu Grunde, dass die Institutionen einiger Wohlfahrtstaaten den Wandel der Erwerbsmuster besser auffangen können und den neuen Gegebenheiten einfacher angepasst werden können als die anderer. Dies soll exemplarisch im Vier-Länder-Vergleich (Deutschland, Dänemark, Großbritannien und Spanien) untersucht werden. Der Fokus liegt neben der Analyse von Institutionen auf empirischen Längsschnittanalysen von Individualdaten. Es sollen sowohl Übergänge in Arbeitslosigkeit, die Länge der Arbeitslosigkeitsperioden, die Art und Verteilung sozialer Sicherungsleistungen als auch die Übergangswahrscheinlichkeiten verschiedener Gruppen zurück in Arbeit betrachtet werden. Methodisch werden Ereignisanalysen und andere multivariate Analyseverfahren genutzt.



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Qualifikationsbedarf in Ländern der OECD - Ermittlung, Analysen und Implementation
(Klaus Schömann, Christoph Hilbert, Ralf Mytzek)

Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Schömann (IU Bremen)
Projektmitarbeiter: Ralf Mytzek, Christoph Hilbert, Sara Geerdes

Sekretariat: Karin Reinsch

Finanzierung: BMBF im Rahmen von FREQUENZ

> ausführliche Informationen zum Projekt

In diesem Projekt werden Funktionen und Prozesse der Qualifikation und Information in Übergangsarbeitsmärkten analysiert. Ausgangspunkt ist die Frage, wie typische Ungleichgewichte des beruflichen Bildungssystems (herdentypisches Verhalten bei Berufswahlentscheidungen, „Schweinezyklen“, mangelnde, intransparente oder asymmetrische Information, Gleichzeitigkeit von hoher Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel) arbeitsmarkt- und bildungspolitisch bewältigt werden. Aufbauend auf international vergleichenden Analysen der Qualifikationserfordernisse an der Schnittstelle von Bildungs- und Beschäftigungssystemen werden innovative Verfahren, Implementationsmuster und Akteursstrukturen mit regionaler und sektoraler Herangehensweise untersucht. Informationsbasis sind neben Fallstudien zum Akteursverhalten, Modellierung von Zeitreihen über die Entwicklung von Wirtschaftssektoren und Berufen auf der Makroebene, Betriebserhebungen zu Nachfrage und Weiterbildung von Arbeitskräften (CVTS2) und große repräsentative Personen und Haushaltsbefragungen (European Labour Force Survey). Ziel ist die Identifikation responsiver, transparenter und effektiver Aus- und Weiterbildungssysteme und die Entwicklung leistungsfähiger Instrumente zur Ermittlung und Information über Qualifikationserfordernisse von Individuen, Wirtschaft und Gesellschaft.
 

WZB Discussion Paper zum Projektthema

Hildegard Theobald: Unternehmensberatung: Veränderter Qualifikationsbedarf und neue Ansätze in Ausbildung und Regulierung des Berufszugangs
SP I 2004 – 106 > Abstract   >PDF

Hildegard Theobald: Entwicklung des Qualifikationsbedarfs im Gesundheitssektor: Professionalisierungsprozesse in der Physiotherapie und Dentalhygiene im europäischen Vergleich
SP I 2004 – 104 > Abstract   >PDF

Katrin Vitols: Entwicklungen des Qualifikationsbedarfs in der Bankenbranche
SP I 2003 – 107 > Abstract   >PDF

Magnus Lindskog: Forecasting and responding to qualification needs in Sweden
SP I 2003 – 105 > Abstract   >PDF

Stefan Schröter: Berufliche Weiterbildung in Großbritannien für gering qualifizierte Arbeitskräfte
SP I 2003 – 104 > Abstract   >PDF

Carroll Haak: Weiterbildung in kleinen und mittleren Betrieben: Ein deutsch-dänischer Vergleich
SP I 2003 – 101 > Abstract   >PDF

 

 

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Managing Social Risks Through Transitional Labour Markets (tlm.net)
(Klaus Schömann, Günther Schmid et al.)

 

Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Schömann (IU Bremen), Prof. Dr. Günther Schmid
Projektmitarbeiter: Hugh Mosley, Christoph Hilbert, Ralf Mytzek, Christian Brzinsky-Fay
studentische  Mitarbeiter:

Sekretariat: Karin Reinsch

Laufzeit:
Finanzierung:
Europäische Union
internationales Netzwerk, in Kooperation mit SISWO u.a.

Ziel des Netzwerks aus Sozial-, Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerinnen sowie Psychologinnen und Juristinnen ist es, einen Beitrag zur Evolution eines Europäischen Sozialmodells im Rahmen einer ‚Wissensgesellschaft’ zu leisten. In einer Serie von Workshops sollen Ansätze zur Evaluation der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik in den EU-Ländern diskutiert und deren Ergebnisse in gemeinsamen Publikationen synthetisiert werden. Thematische Schwerpunkte bilden neue Kombinationen von Erwerbsarbeit und Weiterbildung bzw. Erwerbsarbeit und Familienarbeit, konzeptionell Ansätze des Risikomanagements, insbesondere die Weiterentwicklung des Konzepts der Übergangsarbeitsmärkte.
¬ Projekthomepage: weitere Informationen
 

WZB Discussion Paper zum Projektthema

Klaus Schömann, Liuben Siarov, Nick van den Heuvel: Managing social risks through transitional labour markets
SP I 2006 – 117 > Abstract   >PDF

Christian Brzinsky-Fay: Lost in Transition: Labour Market Entry Sequences of School Leavers in Europe
SP I 2006 – 111 > Abstract   >PDF

Günther Schmid: Sharing Risks  –  On Social Risk Management and the Governance of Labour Market Transitions
> Abstract   >PDF

Kamil Zawadzki: Transitional Labour Markets in a Transitional Economy. Could They Work? The Example of Poland.
SP I 2005 – 102 > Abstract   >PDF

Günther Schmid: Soziales Risikomanagement durch Übergangsarbeitsmärkte
SP I 2004 – 110 > Abstract   >PDF

Ruud Muffels, Ton Wilthagen, Nick van den Heuvel: Labour Market Transitions and Employment Regimes: Evidence on the Flexibility-Security Nexus in Transitional Labour Markets
FS I 02 – 204 > Abstract    > PDF



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Industrielle Beziehungen und soziale Nachhaltigkeit. Wandel von Governance-Strukturen im deutschen System der industriellen Beziehungen (Sebastian Brandl)

 

Dissertationsprojekt (abgeschlossen): Sebastian Brandl

Laufzeit: 2002-2005
Finanzierung: ¬ Hans-Böckler-Stiftung

Während die Gestaltungskraft der Verbände und ihrer etablierten Aushandlungsprozesse im Schwinden begriffen ist, sehen sich die Akteure mit neuen, normativen Anforderungen aus dem politischen Kontext konfrontiert. Zudem gewinnen auf nationaler wie transnationaler Ebene neue, in der Regel diskursive Aushandlungsprozesse unter breiter Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure an Bedeutung. Hieraus resultieren Fragen nach den Reaktionsweisen der Verbände, den Auswirkungen auf die Institutionen industrieller Beziehungen und den Anforderungen an eine tragfähige konzeptionelle Lösung für die Verschränkung „alter“ und „neuer“ Governance-Strukturen.



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Effizienzmobilisierung der Arbeitsverwaltung: Leistungsvergleich und Lernen von guten Praktiken/Benchmarking
(Hugh Mosley, Holger Schütz, Günther Schmid)

 

Projektleitung: Hugh Mosley, Holger Schütz, Günther Schmid
studentische Mitarbeiter: Sören Carlsson
Sekretariat: Angelika Zierer-Kuhnle

Laufzeit: 2003-2005
Finanzierung: ¬ Hans-Böckler-Stiftung

Um die anhaltende europäische Beschäftigungskrise zu lösen, bedarf es auch leistungsfähiger öffentlicher Beschäftigungsdienste. Im Vergleich weisen Arbeitsämter große Leistungsunterschiede in Effizienz und Effektivität auf. Das Projekt untersucht Dimensionen, Ausmaß und Ursachen solcher Leistungsunterschiede für Kernbereiche der Arbeitsmarktpolitik, insbesondere der Arbeitsvermittlung. Die fortlaufenden Reformaktivitäten in der BA werden in die Untersuchung einbezogen. Performanzanalysen (Regressionsanalysen) und technische Effizienzanalysen auf der Basis der alle 181 Arbeitsämter umfassenden Regionaldatenbank der Abteilung, sowie Fallstudien in ausgewählten Regionen zur Implementation arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und ausgewählte Einzelaspekte im internationalen Vergleich bilden die methodischen Bausteine.

Am 26. August 2005 fand die Projekt-Abschlusskonferenz statt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten sind in dem bei ¬edition sigma  erschienenen Band im Dezember 2005 veröffentlicht worden.

Publikation:

Holger Schütz, Hugh Mosley (Hg.)
Arbeitsagenturen auf dem Prüfstand
Leistungsvergleich und Reformpraxis der Arbeitsvermittlung

Berlin: edition sigma, 2005
(351 Seiten)

Berichte zum Projekt in den Medien:

29. 08. 2005  Frankfurter Rundschau: ¬ "BA vermittelt effizienter" (WZB)
29. 08. 2005  Tagesspiegel:  "Arbeitsagenturen sind besser als ihr Ruf" (Hugh Mosley, Holger Schütz)

WZB Discussion Paper zum Projektthema

Holger Schütz, Peter Ochs: Das Neue im Alten und das Alte im Neuen - Das Kundenzentrum der Bundesagentur für Arbeit:.
Die öffentliche Arbeitsvermittlung zwischen inkrementellen und strukturellen Reformen
SP I 2005 – 106 > Abstract   >PDF

Holger Schütz. Controlling von Arbeitsverwaltungen im internationalen Vergleich
SP I 2003 – 103 > Abstract   >PDF


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Privatisierung der Arbeitsverwaltung und Kontraktmanagement: Analyse und Vergleich internationaler Erfahrungen (vor allem Australien) (Oliver Bruttel)

 

Dissertationsprojekt (abgeschlossen): Oliver Bruttel

Laufzeit: 2003-2004
Finanzierung: Studienstiftung des deutschen Volkes

Das Projekt beschäftigte sich mit der Frage, welche Form und Steuerung der Leistungserbringung bei der Arbeitsvermittlung am geeignetsten ist. Besonders wurde analysiert, ob und welche Probleme der Einbezug privater Dritter aufwerfen würde. Hierzu wurde neben theoretischen Grundlagen im Rahmen der Neuen Institutionen-Ökonomik auch ein Vergleich internationaler Erfahrungen (mit eigener Feldforschung) angestrebt.

Publikation: Oliver Bruttel (2005), Die Privatisierung der öffentlichen Arbeitsvermittlung: Australien, Niederlanden und Großbritannien – ein Vergleich aus neo-institutionenökonomischer Perspektive (Schriftenreihe zur Governance-Forschung Bd. 3, hg. von Gunnar Folke Schuppert), Baden-Baden: Nomos.



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Balance von Arbeit und Leben – Arbeitszeitflexibilisierung, individuelle Lebensführung und neue Zeitarrangements
(Matthias Eberling, Volker Hielscher, Prof. Dr. Eckart Hildebrandt, Kerstin Jürgens)

 

Projektleitung: Matthias Eberling, Volker Hielscher, Prof. Dr. Eckart Hildebrandt, Kerstin Jürgens
Sekretariat: Friederike Theilen-Kosch

Laufzeit: bis 2003 [abgeschlossen]

Die These der schrittweisen Entgrenzung zwischen Arbeit und Leben wurde am Beispiel der sich verbreitenden Arbeitszeitkonten geprüft. Mit diesem Instrument können die Betriebe entsprechend der Marktanforderungen auf das Arbeitsvermögen der Beschäftigten zugreifen, die Beschäftigten nach persönlichem Bedarf angesparte Zeit entnehmen. Mit Fallstudien wurden die betrieblichen Regelungen, die Aushandlungsprozesse, die verschiedenen Nutzungen und deren Bewertung erhoben, wobei verschiedenen Branchen und Beschäftigtengruppen berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden in dem bei edition sigma erschienenen Band
> "Prekäre Balancen. Flexible Arbeitszeiten zwischen betrieblicher Regulierung und individuellen Ansprüchen" vorgestellt.



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Aktive Arbeitsmarktpolitik (Koordination: Hugh Mosley, Günther Schmid; Mitarbeiter: Holger Schütz, Nicole Breyer)

 

Im Mittelpunkt dieses TSER-Moduls standen die Effekte aktiver Arbeitsmarktpolitik und ihr Beitrag zur Verhinderung sozialer Ausschließung. Die Evaluationsstudien bezogen sich auf zwei Aspekte aktiver Arbeitsmarktpolitik, die in der bisherigen Forschung eher vernachlässigt wurden: die aggregierte Wirkungsanalyse und die Prozeß-Evaluierung. Die Methodologie zur Beurteilung der Wirkungsweise ist vor allem für Forschungsansätze weit entwickelt, die auf Mikrodaten basieren. Die so beobachtbaren Effekte können sich von den Effekten auf Makroebene unterscheiden; auf diese Effekte kommt es aber hauptsächlich an. Darüberhinaus gilt, daß potentielle Effekte aktiver Arbeitsmarktpolitik positiv sein können, die eingetretenen Effekte aber negativ sind; darin drückt sich aus, daß die Wirkungsweise aktiver Arbeitsmarktpolitik stark von der Art der Implementation abhängt.

Die aggregierte Wirkung aktiver Arbeitsmarktpolitik auf Übergänge von Arbeitslosigkeit in Beschäftigung wurde mit Hilfe regionaler Aggregatdaten für Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Spanien und Schweden geschätzt. Zusätzlich wurden für Deutschland, die Niederlande und Schweden regionale Implementationsstudien erstellt. Zusammengefaßt ergab die integrierte Wirkungs- und Implementationsanalyse, daß es für die Annahme, aktive Arbeitsmarktpolitik reduziere (langfristige) Arbeitslosigkeit, einige empirische Belege gab, die Ergebnisse teilweise aber widersprüchlich und unklar blieben. Nur für Deutschland und Spanien gab es deutlichere Belege für einen Effekt aktiver Arbeitsmarktpolitik auf die Verminderung der Langzeitarbeitslosigkeit. Generell sind aber die in den einzelnen Studien beschriebenen Effekte eher gering. Aktive Arbeitsämter, denen es im besonderen Maße gelang, die Langzeitarbeitslosen zu erreichen, zeichnen sich vor allem durch Kooperation mit einer professionalisierten Trägerstruktur und durch konstruktive Einbindung der Unternehmensseite aus.



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Beschäftigungsfähigkeit: Konzepte und Politische Maßnahmen (Hugh Mosley, Holger Schütz, Günther Schmid)

 

In der Arbeitsmarktpolitik tritt anstelle der "Vollbeschäftigung" zunehmend das Ziel der "Beschäftigungsfähigkeit", obwohl dieses Konzept noch unklar und sehr umstritten ist. Im Rahmen einer explorativen Studie zu den unterschiedlichen Konzepten der Beschäftigungsfähigkeit und darauf bezogener Politik hat die Abteilung zwei spezifische Fragen bearbeitet: Wie wird die Beschäftigungsfähigkeit durch Langzeitarbeitslosigkeit beeinträchtigt und wie reagiert die Politik darauf? Welche Institutionen können die Risiken absichern, die mit der Verfolgung eines gleichzeitig schwächeren und erweiterten Vollbeschäftigungsziels verbunden sind? In beiden Beiträgen wird die zunehmende Bedeutung präventiver Arbeitsmarktpolitik sowie die notwendige Erweiterung der Arbeitslosenversicherung zu einer Beschäftigungsversicherung betont.



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Beschäftigungspolitische Determinanten der Dienstleistungen (Dietmar Dathe, Günther Schmid)

 

Im Rahmen des RESNET-Projekts "Das Beschäftigungspotential des Dienstleistungssektors in Europa" untersuchte die Abteilung die Determinanten der Entwicklung von unternehmens- und personennahen Dienstleistungen. Es ging um die Bestimmung der Ursachen und des Umfangs der vielzitierten Dienstleistungslücke anhand regionaler Variationen der Beschäftigungsdynamik in Westdeutschland und um die Formulierung politischer Handlungsempfehlungen im Lichte internationaler Erfahrungen. These ist, daß die klassische "industrial-district"-Hypothese zur "service-industry-district"-Hypothese erweitert werden muß und daß es über die vielfach geforderte Förderung eines Niedriglohnsektors hinaus effektivere und nachhaltigere Strategien der Dienstleistungsförderung gibt.



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Leistungsfähigkeit der öffentlichen Arbeitsverwaltung im internationalen Vergleich (Hugh Mosley, Holger Schütz)

 

In dem Teilprojekt "The Role of the Social Partners in the Design and Implementation of Active Measures" - gefördert durch die Internationale Arbeitsorganisation ILO - wurde der Einfluß der Sozialpartner auf die aktive Arbeitsmarktpolitik untersucht. In der vergleichenden Studie standen nationale Erfahrungen mit der Beteiligung von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und dem Staat bei der staatlichen Beschäftigungsförderung im Mittelpunkt. Formale Verantwortung, so das Ergebnis bedeutet nicht automatisch einen größeren Einfluß. Wichtiger ist die Existenz einer Kultur des sozialen Dialogs.

Das Teilprojekt "Operational Objectives and Performance Indicators in European Public Employment Service", gefördert von der EU-Kommission, greift frühere Analysen der Abteilung über die deutsche Arbeitsmarktverwaltung auf. Im Mittelpunkt steht die zunehmende Anwendung operationeller Vorgaben und Leistungsindikatoren als Instrumente der zielorientierten Leistungssteuerung ("Performance Management") von öffentlichen Arbeitsverwaltungen. Die Einführung einer Ziel- bzw. Ergebnissteuerung soll die Leistungsfähigkeit der Arbeitsverwaltung (im Sinne von "New Public Management") erhöhen. Nach einer Bestandsaufnahme entsprechender Managementpraktiken in den Arbeitsverwaltungen der EU und Norwegens werden die Erfahrungen mit der Zielsteuerung für vier Länder vertiefend verglichen und analysiert.



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Beschäftigungsdynamik und Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union (Klaus Schömann, Thomas Kruppe (assoz.), Heidi Oschmiansky)

 

Ausgehend von der Theorie der Übergangsarbeitsmärkte wurden die vielfältigen Brücken in Beschäftigung, aber auch der Verlust von Beschäftigung untersucht. Jährliche Zuströme in und Abströme aus Beschäftigung und Arbeitslosigkeit wurden mit Daten der Europäischen Arbeitskräftestichprobe ermittelt. Diese "natürlichen" Ströme werden zunehmend ergänzt durch Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik in Form von Übergangsarbeitsmärkten. Ströme auf dem Arbeitsmarkt haben aber auch die jeweiligen Gegenströme zu berücksichtigen. So stehen den Abgängen aus auch die Zugänge in Arbeitslosigkeit gegenüber. Ein einseitiger Fokus auf Abgänge aus Arbeitslosigkeit ist wenig erfolgversprechend, wenn gleichzeitig Zuströme in Arbeitslosigkeit anwachsen. Die Differenz beider Ströme ist der eigentlich interessante Indikator zur Bewertung einer erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik.



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Soziale Integration durch Übergangsarbeitsmärkte

 

Im Rahmen des Vierten Forschungsförderungsprogramms der Europäischen Kommission, das sich unter anderem der sozialwissenschaftlichen Grundlagenforschung im Bereich des "Targeted Socio-Economic Research (TSER)" widmet, hat die Abteilung erfolgreich Drittmittel für das Projekt "Social Integration by Transitional Labour Markets" (TRANSLAM) für die Jahre 1996-98 eingeworben. Mit diesen Mitteln wird ein Forschungsnetz von insgesamt zehn Partnern in Europa gefördert. Diese Partner sind:

  • Centre for European Labour Market Studies (CELMS); Göteborg, Schweden. Leitung: Prof. Dominique Anxo.
  • Soziologische Fakultät der Universität Tilburg, Niederlande. Leitung: Prof. Jan van Wezel.
  • Forschungsgruppe "Mutation-Espace-Travail & Emploi-Industrie & Services" (METIS) der Universität Paris 1 (Sorbonne-Panthéon). Leitung: Prof. Bernard Gazier.
  • School of Management (UMIST); Universität Manchester, Großbritannien. Leitung: Prof. Jill Rubery.
  • Institute for Employment Studies (IES); Sussex, Großbritannien. Leitung: Nigel Meager.
  • Economic and Social Research Institute (ESRI); Dublin, Irland. Leitung: Dr. Philip O'Connell.
  • Universidad de Alcalá de Henares (UAH); Madrid, Spanien. Leitung: Prof. Luis Toharia.
  • Hugo Sinzheimer Institute (HSI); Amsterdam, Niederlande. Leitung: Dr. Robert Knegt.
  • Netherlands Economic Institute (NEI); Rotterdam, Niederlande. Leitung: Dr. Jaap de Koning.

Dieses Forschungsnetz, das von der Abteilung koordiniert wird, will die theoretischen Grundlagen der Übergangsarbeitsmärkte weiter ausarbeiten und empirisch belegen. Vier Module sollen den Ansatz vertiefen: (1) Beschäftigungssysteme im Wandel; (2) Arbeitszeitregimes und Haushalte; (3) Bildung und Weiterbildungsübergänge; (4) Aktive Arbeitsmarktpolitik.

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Modul 1: Beschäftigungssysteme im Wandel

Die Europäische Union (EU) wird häufig als ein homogener Block behandelt, was sich beispielsweise in den Begriffen "Eurosklerose" oder "Europäisches Modell" manifestiert. Diese Betrachtungsweise wird jedoch den tatsächlich existierenden fundamentalen Unterschieden der Beschäftigungssysteme nicht gerecht. Sie kann auch nicht erklären, warum die Mitgliedsländer der EU in den vergangenen Jahren ganz unterschiedliche Erfolge in der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und in der Umkehrung des Trends zur sozialen Ausschließung erlangt haben. Offensichtlich gibt es prägende Unterschiede der institutionellen Arrangements, die Arbeitsmärkte regulieren, wie auch unterschiedliche Formen der Anpassung von Beschäftigungssystemen an die veränderten ökonomischen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen.

Deshalb stellen sich mehrere Fragen: Weshalb gelang einigen Ländern mittlerweile die Halbierung der Arbeitslosigkeit, während sie in anderen noch kontinuierlich steigt? Divergieren oder konvergieren die Beschäftigungssysteme? Wie wird sich die gemeinsame Währungsunion auswirken? Welchen beschäftigungspolitischen Spielraum hat die Europäische Union? Lassen sich Grundzüge oder Prinzipien eines erfolgversprechenden "europäischen Modells" in deutlicher Abgrenzung gegen das "nordamerikanische" oder "japanische Modell" ausmachen?

Diese Fragen sollen in dem Modul "Beschäftigungssysteme im Wandel" (Leitung: Günther Schmid; teilnehmende externe Teams: METIS, Tilburg, UMIST, HIS) durch eine systematische Analyse der Struktur und Dynamik ganzheitlich erfaßter Beschäftigungssysteme beantwortet werden. 1996 standen drei Ziele auf dem Programm: Erstens konzeptionelle Vorarbeiten für eine empirische und vergleichende Präzisierung der Indikatoren der sozialen Integration bzw. des sozialen Ausschlusses durch Funktionsprinzipien des Arbeitsmarkts im Rahmen verschiedener Beschäftigungsregimes. Zweitens eine Komponentenzerlegung zentraler Leistungsindikatoren (Performanz) von Beschäftigungsregimes wie Bruttosozialprodukt pro Kopf, Arbeitsproduktivität, Beschäftigung, Erwerbsbeteiligung, Teilzeitarbeit. Die Komponentenzerlegung soll vor allem die Trennung von exogenen Determinanten (z.B. demografische Entwicklung) und endogenen Determinanten (z.B. Änderung des Erwerbsverhaltens) der Leistungskennziffern ermöglichen. Drittens eine Weiterentwicklung des theoretischen Bezugsrahmens von Übergangsarbeitsmärkten zur Präzisierung der Funktionsprinzipien sozialer Integration oder Exklusion und der Handlungsgrundlagen kooperativer Arbeitsmarktpolitik.

1997 wurden der analytische Bezugsrahmen zur Beschreibung und Erklärung der Beschäftigungssysteme im Wandel weiterentwickelt, entsprechende empirische Arbeiten weitergetrieben und ein beispielhafter Vergleich des deutschen und niederländischen Beschäftigungssystems abgeschlossen. Die Theorie von Übergangsarbeitsmärkten wurde vor allem durch rechtssoziologische und rechtspolitische Grundlagen ergänzt. Ein besonderes Augenmerk galt auch den Fragen neuer Lohnbildungssysteme, da Übergangsarbeitsmärkte durch Kombinationen von Marktlöhnen und anderen Einkommensquellen charakterisiert sind. Es stellt sich insbesondere die Frage einer neuen solidarischen Lohnpolitik, die in der Lage ist, auch unter den veränderten Rahmenbedingungen Gleichheit und Effizienz in Balance zu bringen. Im dritten Jahr soll eine gemeinsame Buchpublikation umgesetzt werden.

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Modul 2: Arbeitszeitregimes und Haushalte

In dem Modul "Arbeitszeitregimes und Haushalte" (Leitung: Jacqueline O'Reilly; teilnehmende externe Teams: UMIST, IES, ESRI, UAH, CELMS, Tilburg, METIS) werden institutionelle Arbeitszeitarrangements dahingehend untersucht, ob diese geeignet sind, Übergänge zwischen bezahlter Erwerbsarbeit und anderen, nicht erwerbsförmigen Tätigkeiten (Elternarbeit, Nichterwerbstätigkeit, Aus- und Weiterbildung) zu erleichtern. Dabei wird davon ausgegangen, daß durch die Verbesserung der institutionellen Einbettung innovativer (Wahl-) Arbeitszeitregelungen drei Ziele erreicht werden können:

  • eine beschäftigungspolitisch effektive Umverteilung der Arbeit,
  • eine Anpassung der Produktionszeiten an nachfragebedingte Schwankungen und schließlich
  • die Verbesserung der Zeitautonomie der Beschäftigten, die die Vereinbarung von Erwerbsarbeit mit anderen produktiven Aktivitäten ermöglicht.

Im Konzept der Übergangsarbeitsmärkte wird der Vertragsform der Teilzeitarbeit dabei eine besondere Rolle zugeschrieben, aber auch andere Formen der Arbeitszeitflexibilisierung (Kurzarbeit, Elternurlaub, Sabbaticals etc.) können hier wichtige Funktionen erfüllen.

Für die Umsetzung und Akzeptanz von neuen Arbeitszeitarrangements sowie der sozialen Absicherung der Beschäftigten sind - abgesehen von der aktuellen individuellen Erwerbs- und Einkommenssituation - jedoch zwei Aspekte von Bedeutung, die in bisherigen Analysen kaum Berücksichtigung fanden: zum einen die Verteilung der individuellen Arbeitszeit über das gesamte Erwerbsleben und zum anderen die Art der sozialen Absicherung durch den Haushaltskontext bzw. individualisiert durch die Regelungen der Sozialversicherung. Mit dieser Tatsache verbunden ist die Frage, ob eine Ausweitung von neuen Arbeitszeitarrangements die Lebens- und Erwerbschancen der Beschäftigten (soziale Integration) verbessern oder andernfalls zu einer Prekarisierung und damit zu neuen sozialen Risiken führen. Die Erfahrungen mit Teilzeitbeschäftigten haben gezeigt, daß nicht nur sozial- und steuerrechtliche Regelungen in den meisten europäischen Ländern langfristig eine soziale Benachteilung der Teilzeitbeschäftigten bewirken, sondern daß außerdem Teilzeitbeschäftigung zu einer Marginalisierung innerhalb des Arbeitsmarkts führt.

Positive Effekte für alle Akteure gleichermaßen sind mit Hilfe des Einsatzes arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen allein nicht zu erreichen. Vielmehr erfordern diese eine Koordination im Bereich der Steuer-, der Sozial-, der Familien- und der Gleichstellungspolitik, das heißt, einen 'konstitutionellen' Eingriff in das Grundprinzip der Arbeitsteilung zwischen Privathaushalten und Wirtschaftssystem mit seiner geschlechtsspezifischen Zuteilung der Aufgaben.

Ein Ziel des Projekts ist es daher, Beschäftigungs- bzw. Arbeitszeitregimes zu identifizieren, die

  • auf der aggregierten Ebene eine weitere Segmentierung des Arbeitsmarkts (prekär Beschäftigte vs. 'Über-'Beschäftigte) verhindern und eine Mobilität zwischen verschiedenen Arbeitszeitarrangements ermöglichen. Bewertungskriterien sind hier der Qualifikationserhalt und die Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarkts an sich verändernde Beschäftigungs- und Produktionsbedingungen;
  • auf der Ebene der Betriebe 'best-practice'-Modelle erkennen lassen, in denen die Belange der betrieblichen Arbeitszeitorganisation mit Beschäftigungseffekten und/oder den Bedürfnissen der Arbeitszeitautonomie der Beschäftigten in Einklang gebracht werden können;
  • auf der individuellen Ebene soziale Exklusion verhindern, das heißt, die Verteilung von Einkommen und Erwerbschancen zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft verbessern und damit insbesondere die stereotype Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen überwinden helfen.

Die Komplexität der Arbeitszeitdebatte rechtfertigt den Einsatz einer Vielfalt von Methoden. Die Grundlage unserer Untersuchungen bilden für alle Länder gleichermaßen die Erfassung von (qualitativen) Daten über institutionelle Regulierung von Arbeitszeitformen, die soziale Absicherung und die politische Debatte zwischen den beteiligten Akteuren sowie die Betrachtung der Entwicklung wichtiger Arbeitsmarktindikatoren und Übergangsquoten zwischen Teilzeitbeschäftigung und Arbeitslosigkeit, Inaktivität oder Aus- bzw. Weiterbildung im letzten Jahrzehnt.

Die Zusammenhänge zwischen Arbeitszeitarrangements und Betriebsplanung einerseits und individueller Lebensplanung andererseits sollen dann in einem zweiten Schritt Aufschluß über die Wechselwirkung zwischen den Rahmenbedingungen und der Inanspruchnahme besonderer Arbeitszeitregelungen geben. Dementsprechend sind Betriebsinterviews in einer Reihe von Teilnehmerländern (F, UK, D, NL, S) vorgesehen sowie die Auswertung von Individualdaten (z.B. mit ereignisanalytischen Verfahren), die als sozioökonomische Panel in den meisten der im Projekt vertretenen Ländern vorhanden sind (NL, D, UK, ES, IRL, S).

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Modul 3: Bildung und Weiterbildungsübergänge

Das erfolgreiche Meistern der verschiedenen Übergänge im Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssystem setzt zu großen Teilen auf eine erfolgreich praktizierte Form des lebenslangen Lernens. Was sind jedoch die jeweiligen länderspezifischen Bedingungen, um eine solche Strategie umzusetzen? Wie gestaltet sich das Zusammenspiel von Bildungsinstitutionen, betrieblichem Weiterbildungsbedarf, individuellen Ausbildungspräferenzen und arbeitsmarktpolitischem Handlungsspielraum. Der inhaltliche Fokus des Moduls "Bildung und Weiterbildungsübergänge" (Leitung: Klaus Schömann; teilnehmende externe Teams: METIS, NEI, UAH, ESRI) befaßt sich besonders mit der Rolle der Arbeitsmarktpolitik im Prozeß des lebenslangen Lernens.

Aufbauend auf der Theorie der Übergangsarbeitsmärkte, der Humankapital- und Segmentationstheorien, werden zunächst die institutionellen Möglichkeiten und die quantitative Bedeutung von Übergängen zwischen Qualifizierungssträngen des Bildungssystems untersucht. Dies dient jedoch lediglich als länderspezifische Verankerung der Ausgangsbasis der weiterführenden Lernprozesse innerhalb eines jeden Landes. Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsinvestitionen werden zunächst aus einer Lebensverlaufsperspektive betrachtet, die es ermöglicht, Fremdselektions- und Selbstselektionsprozesse zu analysieren und deren Auswirkungen auf das weitere Erwerbsverhalten und Erwerbs- und Produktionspotential der Individuen zu beziehen.

Dabei wird der forschungsleitenden Hypothese nachgegangen, daß soziale Exklusion häufig durch fehlende rechtzeitige Weiterbildungsteilnahme, gezielte Weiterbildungsangebote und ungünstige institutionelle Rahmenbedingungen (zum Beispiel inflexible Arbeitszeitregelungen) "produziert" wird. Die Art der institutionell geprägten Brücken zwischen Erstausbildung, Beschäftigung, Weiterbildung und weiterer Beschäftigung oder der anderen möglichen Übergänge sind empirisch auf ihre Beschaffenheit und Wirkung zu testen.

In Ergänzung zu vielen empirischen Analysen im Bereich der Weiterbildung wird nicht nur die kurative Rolle der Weiterbildung als lebensbegleitender Prozeß untersucht, das heißt, Weiterbildung für bereits Arbeitslose und Langzeitarbeitslose, sondern auch präventive Ansätze des lebenslangen Lernens. Dazu gehören Aspekte des Beschäftigungserhalts durch Weiterbildung sowohl auf individueller als auch auf betrieblicher Ebene. In einigen der Teilnehmerländer haben sich interessante Neuerungen im Sinne von flexiblen Arrangements und Übergangsarbeitsmärkten in den letzten Jahren herausgebildet, die vielfach erst eine Verwirklichung von individuellen, aber auch kollektiven Weiterbildungsambitionen ermöglichen. Anhand des erarbeiteten methodischen Instrumentariums sollen diese Ansätze aus vergleichender Perspektive evaluiert werden.

Die empirische Umsetzung stützt sich vorwiegend auf Auswertungen vergleichbarer Längsschnittdaten (in Deutschland Sozio-ökonomisches Panel, Lebensverlaufsstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung) auf Personenebene unter Verwendung und Weiterentwicklung von Ratenmodellen mit Korrektur für "selection bias".

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Modul 4: Aktive Arbeitsmarktpolitik

In dem Modul "Aktive Arbeitsmarktpolitik" (Leitung: Hugh Mosley, Günther Schmid; teilnehmende externe Teams: METIS, UAH, NEI, Tilburg, HIS, CELMS und Kooperation mit Lennart Delander, Harald Niklasson und Lars Behrenz; Universität Växjö, Schweden) werden institutionelle Arrangements und arbeitsmarktpolitische Programme evaluiert, die darauf zielen, soziale Exklusion auf dem Arbeitsmarkt präventiv zu verhindern und die Reintegration von Arbeitslosen zu beschleunigen. Der methodische Ansatz ist die aggregierte Wirkungsanalyse, verbunden mit regionalen Fallstudien, in denen "best practice"-Fälle identifiziert und vertiefend analysiert werden sollen. Das Grundmodell ist:

DiSIE = f (iaAMP, iIMPL, CONTRv).

iSIE sind Indikatoren der sozialen Integration oder Exklusion,

iaAMP sind Indikatoren für aktive Arbeitsmarktpolitik,

iIMPL sind Indikatoren für Politikimplementation,

CONTRv sind Kontrollvariablen.

Die These ist, daß die Tendenzen des ungeregelten Arbeitsmarkts zur sozialen Exklusion oder zu sozial nicht akzeptablen Einkommensdifferenzen führen und daß dieser Entwicklung durch geeignete Politik entgegengesteuert werden kann. Indikatoren der Exklusion sind zum Beispiel die Dauer und die Ungleichverteilung der Arbeitslosigkeit, Indikatoren der Integration sind zum Beispiel die Erwerbsquoten der Frauen und der älteren Erwerbspersonen. Zweitens gehen wir davon aus, daß die klassische aktive Arbeitsmarktpolitik dem neuen sozio-ökonomischen Strukturwandel nicht mehr angemessen ist. Indikatoren der Arbeitsmarktpolitik sind zum Beispiel Teilnehmerzahlen, Teilnehmerstrukturen und Ausgabedaten. Hier stellt sich vor allem die Frage nach dem optimalen Policy-Mix.

Darüber hinaus sind Prozesse, das heißt, die Aushandlung, die Implementation und die Kooperationsstrukturen (Netzwerke) auf regionaler Ebene von entscheidender Bedeutung für die Effektivität der Arbeitsmarktpolitik. Indikatoren der Politikimplementation werden bei der Modellbildung daher eine große Rolle spielen. Beispiele sind die Zahl des Personals im Verhältnis zum Problemdruck (Zugänge an Arbeitslosen oder offenen Stellen), Umfang und Art der Kooperation mit regionalen Schlüsselakteuren, Mitteleinsatz pro geförderten Personenfall.

Effektivität von Arbeitsmarktpolitik muß sowohl Effizienz- wie Gerechtigkeitskriterien entsprechen. Ein besonderes Interesse besteht daher in der Feststellung von möglichen Zielkonflikten, insbesondere jedoch in der Feststellung, wo Effizienz- und Gerechtigkeitsstrategien sich komplementär verhalten. Ein an der Hochschule von Växjö entwickelter Ansatz (production frontier) ermöglicht es, die technische Effizienz von Arbeitsämtern zu messen (Maximierung eines oder mehrerer Outputgrößen bei gegebenen Inputgrößen). Es kann dann analysiert werden, warum bestimmte Arbeitsämter von der technischen Optimallinie abweichen, und ob hohe technische Effizienz auf Kosten allokativer und insbesondere auf Kosten sozialer Effizienz geht.

In der Bundesrepublik dienen die 181 Arbeitsamtsbezirke als Beobachtungseinheit. Datenbasis sind die Regionaldatenbank am WZB und zusätzliche Datenerhebungen bei der Bundesanstalt für Arbeit bzw. bei den Arbeitsämtern. In den Niederlanden stehen Datensätze für die 28 Arbeitsmarktregionen zur Verfügung, in Frankreich für die Departements, in Schweden für die 24 Landesarbeitsämter. Es ist beabsichtigt, die internationalen regionalen Daten zu poolen.



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International Handbook of Labour Market Policy and Evaluation - Follow Up

 

Im Oktober 1996 erschien im Edward Elgar Verlag das "International Handbook for Labour Market Policy and Evaluation" das unter Federführung der Abteilung (Günther Schmid, Jacqueline O'Reilly, Klaus Schömann) konzipiert und herausgegeben wurde. Binnen eines Jahres war die erste Auflage ausverkauft, so daß eine zweite Auflage sowie eine Paperback Edition erschienen. Zu diesem Erfolg haben sicherlich auch zwei Transfer-Workshops beigetragen, die von der Abteilung mit Unterstützung der DG V der Europäischen Kommission (Beschäftigung, Soziale Angelegenheiten) organisiert wurden. Der abschließende Bericht (herausgegeben von Schmid, Auer, Mosley und Schömann 1997) dokumentiert die Ergebnisse dieser beiden Workshops, in denen Erfahrungen zwischen Akademikern und Praktikern in der Evaluierung der Arbeitsmarktpolitik ausgetauscht wurden.

Der erste Workshop fand im Mai 1996 am Wissenschaftszentrum Berlin statt und konzentrierte sich auf die Fragen der Methodologie und des Monitorings. Der zweite Workshop wurde im November 1996 in Lissabon abgehalten und beschäftigte sich mit drei Problemen der Arbeitsmarktpolitik: Langzeit-Arbeitslosigkeit, Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und Ungleichgewichte zwischen angebotenen und nachgefragten Qualifikationen sowie inflexiblen Arbeitszeitarrangements. Teilnehmer an den Workshops waren jeweils zwei bis drei Vertreter der Arbeitsministerien oder Arbeitsverwaltungen aus allen Mitgliedsländern der Europäischen Union. Die Workshops und deren Dokumentation sind in drei Teile gegliedert: Einführung in das Thema auf der Basis von ausgewählten Kapiteln aus dem Handbuch, Präsentation von 'best practice' Fällen, anschließende Diskussion und Austausch von Erfahrungen. Die Dokumentation wird durch eine Liste der Teilnehmer nebst Adressen- und Inhaltsverzeichnis des Handbuchs ergänzt.

Der im "International Handbook of Labour Market Policy and Evaluation" erarbeitete methodologische Stand zur Evaluation der Arbeitsmarktpolitik floß auch in ein Transfer-Projekt ein, das in Kooperation mit der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin-Karlshorst und SÖSTRA im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Berufsbildung und Frauen durchgeführt wurde. Günther Schmid, Klaus Schömann und Holger Schütz entwickelten in diesem Rahmen ein idealtypisches Evaluierungskonzept am Beispiel des Arbeitsmarktpolitischen Rahmenprogramms in Berlin. Fünf Etappen eines vollständigen Evaluierungsprozesses der Arbeitsmarktpolitik wurden dabei unterschieden und exemplarisch ausgeführt: Kontextanalyse, Problemanalyse, Monitoring, Wirkungsanalyse und Bilanzierung durch eine Kosten-Nutzen-Analyse.



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Teilzeitarbeit

 

Die Forschungsarbeiten von Jacqueline O'Reilly und Silke Bothfeld zur Analyse der Entwicklung von Teilzeitarbeit verbinden quantitative und qualitative Studien. Die Arbeitsmarktübergänge und die Rolle, die Teilzeitbeschäftigung dabei spielt, werden mit den Daten des European Labour Force Survey untersucht. Dabei spielten verschiedene Methoden der Messung der Übergänge eine wichtige Rolle, da die Übergangsprozesse in den verschiedenen Ländern im Kontext des jeweiligen Beschäftigungssystems analysiert werden müssen. Das gilt für die unterschiedlichen Regulierungen auf der Makroebene ebenso wie für die spezifischen Unternehmenskulturen und das Entscheidungsverhalten der Haushalte.

In diesem Zusammenhang wurden 1997 die Vorbereitungen für die Veröffentlichung des Buches "Part-time Prospects", herausgegeben von Jacqueline O'Reilly und Colette Fagan (University of Liverpool), abgeschlossen. Es verknüpft Beiträge zu einer konzeptionellen Debatte über die Entwicklung der Teilzeitarbeit aus einer vergleichenden empirischen Perspektive. In den vergangenen 40 Jahren war das Wachstum der Teilzeitbeschäftigung in den industrialisierten Volkswirtschaften eine besonders auffällige Entwicklung. In dem Buch werden unterschiedliche Standpunkte zur Erklärung dieser Entwicklung gegenübergestellt. Dabei geht es vor allem um die Motive für Teilzeitarbeit und unter welchen Bedingungen sie entsteht. Im Mittelpunkt der Analysen steht die Frage, ob Teilzeitarbeit zukünftig ein zunehmend normalerer Teil des Erwerbsarbeitslebens der meisten Menschen sein wird oder ob sie ein Ghetto für Frauen bleiben wird, in dem eine niedrige Bezahlung, niedrige Rentenansprüche und geringqualifizierte Arbeit vorherrscht.



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Future of Work

 

In der Studie "Future of Work - Regulating work and welfare of the future: Towards a new social contract or a new gender contract?" von Jacqueline O'Reilly und Claudia Spee wurden die Ursprünge und Prinzipien der Regulations- und sozialen Sicherungssysteme in Europa analysiert und wie sie zu unterschiedlichen Beschäftigungssystemen geführt haben. Mit dem Konzept der Beschäftigungssysteme läßt sich erkennen, wie die zukünftige Entwicklung der Arbeit unterschiedlich gestaltet werden kann und zwar angepaßt an die Möglichkeiten und Beschränkungen der nationalen wie europäischen Akteure.

Die Analyse konzentriert sich auf die Charakteristika und Veränderungen in den Regulationssystemen der Arbeit und der Sozialpolitik in Europa. Zwei Entwicklungen sind dabei besonders deutlich zu erkennen. Zum einen sind es die Trends, Tarifverhandlungen zu dezentralisieren und die Beziehung zwischen Beschäftigungssicherheit und Arbeitsflexibilisierung zu intensivieren. Zum anderen sind es die Trends, staatliche Monopole aufzulösen und zu privatisieren und neue Formen der Pflege zu entwickeln. Die diesen Trends innewohnenden Möglichkeiten zur Regulierung der "Arbeit der Zukunft" wurden auch im Verhältnis zur Entwicklung eines neuen Sozial- und Geschlechtervertrags analysiert.



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Befristete Beschäftigung in der EU

 

In den achtziger und neunziger Jahren haben nahezu alle Mitgliedsländer der EU mittels Deregulierung versucht, mehr befristete Beschäftigung zu erreichen. Obwohl die meisten arbeitsmarktpolitischen Initiativen in diesem Bereich sehr ähnlich ausgestaltet waren, haben sie zu sehr verschiedenen Ergebnissen geführt. In dem Projekt, bearbeitet von Klaus Schömann, Ralf Rogowski (University of Warwick) und Thomas Kruppe, wird untersucht, warum dies so kam. Aufbauend auf ökonomischen, soziologischen und rechtswissenschaftlichen Theorien wird ein mehrschichtiges Untersuchungsdesign entwickelt, das die Politikänderungen mit dem Konzept der Effizienz von Arbeitsmärkten und von Arbeitsmarktregulierungen konfrontiert.

Die meist politisch induzierten Ansätze zur Deregulierung, aber auch Re-Regulierung, vernachlässigten die je nach Land unterschiedliche Wechselwirkung von allgemeinem Kündigungsschutz und Regelungen zur befristeten Beschäftigung. Es erwies sich als unabdingbar, die Auswirkungen von Änderungen der Regelungen befristeter Beschäftigung zusammen mit dem Regelwerk des allgemeinen gesetzlichen Kündigungsschutzes zu untersuchen, da sich beide "reflexiv", das heißt, in Wechselwirkung, zueinander entwickeln. Die ökonomische Perspektive des Projekts benutzt ebenfalls einen umfassenden systemischen Ansatz, indem befristete Beschäftigung nicht mehr nur unter Aspekten der betrieblichen Flexibilität, sondern auch unter Aspekten der gesamtwirtschaftlichen Effizienz und der Einkommensverteilung untersucht wird.

Die empirische Bearbeitung basiert auf theoriegeleiteten, multivariaten Analysen der Wahrscheinlichkeit, einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten. Als Datengrundlage für zwölf EU-Länder diente der European Labour Force Survey, anhand dessen alters-, geschlechts-, und industriespezifische Verteilungsmuster verglichen wurden. Weiterer Themenschwerpunkt war die Frage, ob befristete Beschäftigung eventuell für vorher arbeitslose Arbeitnehmer die Rückkehr in den Arbeitsmarkt erleichtern könnte.

Die Ergebnisse zeigen, daß Deregulierung der befristeten Beschäftigung kaum aus sich heraus ein dauerhaftes Beschäftigungswachstum verursachen kann. Multivariate Schätzungen von erweiterten Einkommensfunktionen ergaben, daß befristet Beschäftigte bis zu zehn Prozent geringere Arbeitseinkommen erzielen bei sonst gleichen Charakteristiken. Eventuell auftretende Beschäftigungseffekte auf gesamtwirtschaftlicher Ebene sind daher eher auf eine größere Lohnspreizung in den jeweiligen Ländern seit Einführung der befristeten Beschäftigung zurückzuführen als auf die Deregulierung befristeter Beschäftigung. Es ist festzustellen, daß sich die EU-Mitgliedsländer, wenn auch sehr langsam, in den Regelungen befristeter Beschäftigung annähern.



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Die Beschäftigungsdynamik in der Europäischen Union

 

Aufbauend auf der Theorie der Übergangsarbeitsmärkte wird in dem Projekt "Beschäftigungsdynamik in der EU" (Klaus Schömann, Thomas Kruppe, Heidi Oschmiansky) versucht, die Beschäftigungsdynamik in der Europäischen Union aus der Sicht der Übergänge zu untersuchen. Eine Basisannahme der Theorie der Übergangsarbeitsmärkte besteht in einer hinreichend großen Mobilität und Flexibilität oder - einfach - an einer ausreichenden Zahl von Übergängen in einer Gesellschaft, die durch eine aktive Unterstützung der Arbeitsmarktpolitik mehr Personen in Beschäftigung bringen möchte.

Das beschäftigungspolitische Potential von Übergangsarbeitsmärkten ist bereits von Günther Schmid 1993 für die Bundesrepublik untersucht worden. In diesem Projekt werden erste Ansätze einer Potentialschätzung für die Mitgliedsländer der EU gemacht. Gleichzeitig wird getestet, inwiefern Hypothesen der Theorie der Übergangsarbeitsmärkte bezüglich der Bedeutung der fünf genauer spezifizierten Übergangsarbeitsmärkte als Kernelemente einer zukunftsorientierten Arbeitsmarktpolitik in den Nachbarländern Anwendung finden.

In der empirischen Bearbeitung wird in einem ersten Schritt versucht, anhand des European Labour Force Survey und des European Household Panels für mehrere Jahre die Beschäftigungsdynamik an den fünf Schnittstellen: Eintritt in die Berufstätigkeit, Haushaltsaktivitäten, Arbeitslosigkeit, abhängige versus selbständige Tätigkeit und Rente zu messen. Diese Basisinformationen über die Beschäftigungsdynamiken der EU-Mitgliedsländer werden in einem zweiten Schritt mit Teilnehmerzahlen an aktiver Arbeitsmarktpolitik zusammengeführt, um so Umfang und Qualität der arbeitsmarktpolitischen Anstrengungen der EU-Mitgliedsländer besser einschätzen zu können. Mittels multivariater Analysen wird versucht, bedeutende Faktoren, die die jeweiligen Übergänge und Übergangsarbeitsmärkte beeinflussen, zu isolieren und so die empirische Basis für arbeitsmarktpolitische Empfehlungen innerhalb der Europäischen Union zu verbessern.



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Arbeitszeitregelungen und Arbeitsangebot

 

Seit Februar 1997 untersucht Dietmar Dathe im Kontext des TSER-Moduls "Arbeitszeitregimes und Haushalte" (Leitung: Jacqueline O'Reilly) die Auswirkungen von Arbeitszeitrestriktionen auf das Arbeitsangebot von Privathaushalten. Untersuchungsgegenstand ist die Fragestellung, welche "Ausweich"reaktionen von privaten Haushalte zu erwarten sind, wenn ihre optimale Zeitallokation infolge extern vorgegebener Arbeitszeitrationierungen nicht realisierbar ist. Besteht dabei die Gefahr, daß die mittels Arbeitszeitverkürzungen erhofften Nachfrageeffekte durch die gleichzeitig ausgelösten Angebotseffekte teilweise oder vollständig kompensiert werden könnten? Im Rahmen der mikroökonomischen Angebotstheorie handelt es sich hierbei um die Fragestellung nach der Wirkung des Einkommens- und Substitutionseffekts bei Vorhandensein von Arbeitszeitrationierungen bzw. -standards.

Als Zwischenergebnis ist hervorzuheben, daß eine Ausschöpfung des durch Arbeitszeitverkürzungen geschaffenen Umverteilungspotentials möglich erscheint, wenn Arbeitszeitübergänge durch "sozial konstruierte Pufferzonen" eine Absicherung erfahren.



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Leistungsvergleich von Beschäftigungssystemen

 

Im Rahmen des Informationssystems über die europäische Beschäftigungsentwicklung und über beschäftigungspolitische Maßnahmen (MISEP, SYSDEM) hat die DG V (Beschäftigung, Soziale Angelegenheiten) der Europäischen Kommission einen Beirat von sieben international bekannten Arbeitsmarktforschern einberufen. Vertreten sind die Länder USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und das Vereinigte Königreich; Günther Schmid ist Sprecher dieses Beirats. Aufgabe des Beirats ist die Beratung der Kommission in Fragen der Forschung und der Strategie europäischer Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik. Der Beirat bildet gleichzeitig ein Forschungsnetzwerk, das jährlich einen Evaluierungsbericht über ein aktuelles Thema erstellt.

1997 wurde eine Analyse zum Thema "Benchmarking Labour Market Policy in Europe" durchgeführt. Es geht dabei um die Frage, mit welchen Indikatoren und mit welchen Methoden gut funktionierende Arbeitsmärkte und effektive Arbeitsmarktpolitik identifiziert werden können, die der Politik dann als "benchmarks", also als mögliche Zielgrößen, dienen können. Die Abteilung hat dabei die Aufgabe übernommen, die methodologischen und theoretischen Grundlagen von "benchmarking" herauszuarbeiten, den Ranking-Ansatz der Bertelsmann Stiftung kritisch nachzuvollziehen und Ansätze neuer Benchmarking-Methoden, beispielsweise den Radar Chart Ansatz, zu erkunden.



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Public Employment Service

 

Europas Arbeitsmärkte wurden lange Zeit von den öffentlichen Arbeitsvermittlungsdiensten strukturiert. Den Arbeitsämtern kam dabei die Aufgabe zu, Informationen auf dem Arbeitsmarkt bereitzustellen und gezielt Arbeitsvermittlungen vorzunehmen. Mit der Liberalisierung der Arbeitsvermittlung und der Zulassung privater Arbeitsvermittlung in den meisten Ländern der Europäischen Union stellt sich die Frage nach der Rolle der öffentlichen Arbeitsvermittlung neu: Wie wichtig ist das Arbeitsamt heute noch im individuellen Suchprozeß auf Arbeitsmärkten für Arbeitslose und Beschäftigte? Gibt es Unterschiede zwischen den Kunden privater und öffentlicher Arbeitsvermittlung? Hilft das Arbeitsamt den Problemgruppen?

Diese Fragen wurden im Forschungsprojekt "Aktivierung der Arbeitsvermittlung" von Hugh Mosley und Stefan Speckesser untersucht. Auf Basis international vergleichbarer Daten von Eurostat wurde die Rolle des Arbeitsamts als Informationsanbieter untersucht. In einer vertiefenden Analyse mit den Daten des Sozio-ökonomischen Panels wurde zudem gemessen, wie viele neue Arbeitsplätze direkt über die Vermittlung des Arbeitsamts zustandekommen und wie wichtig diese Arbeitsmarktinstitution für Zielgruppen ist.

Die Ergebnisse zeigen zunächst, daß private und öffentliche Arbeitsvermittlung weniger miteinander im Wettbewerb stehen als erwartet. In den EU Staaten nutzen die Arbeitsuchenden meist mehrere Wege auf der Suche nach neuer Beschäftigung, so daß private Anbieter eine wichtige Ergänzung bilden. Zudem unterscheiden sich die Kunden privater kaum von denen der öffentlichen Arbeitsvermittlung: Die oft getroffene Annahme, daß private Arbeitsvermittlungen nur das Top-Segment abdecken, erweist sich als unzutreffend, wohl auch, weil die privaten Arbeitsvermittlungen oft als Zeitarbeitsfirmen auch gering qualifizierten Arbeitnehmern Chancen auf dem Arbeitmarkt bieten.

Die Frage, ob die öffentliche Arbeitsvermittlung gezielt Problemgruppen vermittelt und damit insbesondere den schwer vermittelbaren Arbeitnehmern nützt, wurde exemplarisch für die Bundesrepublik mit Daten das Sozio-ökonomischen Panels für die Jahre 1984- 93 untersucht. Hier zeigten statistische Analysen (Logit-Schätzungen), daß bei einem relativ geringen Vermittlungsanteil an allen neuaufgenommenen Beschäftigungsverhältnissen (ca. 12 Prozent) kaum eine Proplemgruppenorientierung erkennbar ist, obwohl die Arbeitsmarkteffekte hier am größten wären. Lediglich im Bereich der Vermittlung von Ausbildungsverhältnissen nimmt die öffentliche Arbeitsvermittlung eine wichtige Funktion ein, ihr Marktanteil liegt bei fast 25 Prozent.



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Verhandlungen in der Arbeitsmarktpolitik

 

Entscheidungen in der Arbeitsmarktpolitik werden immer seltener nur von einem Akteur, sondern immer häufiger von mehreren Akteuren getroffen, die einerseits formal unabhängig, andererseits aber funktional interdependent sind. Viele dieser interorganisatorischen Entscheidungen in der Politikformulierung und -implementation werden durch Verhandlungen herbeigeführt. Ein Beispiel hierfür ist die Implementation der Lohnkostenzuschüsse nach § 249h Arbeitsförderungsgesetz zwischen der Treuhandanstalt und den Landesregierungen der neuen Länder. Diese Parteien handeln seit 1993 unter anderem aus, welche Projekte durchgeführt und wie die Kosten aufgeteilt werden.

Anhand dieses Beispiels geht Birgitta Rabe in ihrer Dissertation der Frage nach, wie die institutionelle Struktur der Verhandlungssituation das Verhandlungsergebnis beeinflußt. Kategorien der Analyse sind die Effizienz und die Aufteilung der Kooperationsgewinne. Die institutionelle Struktur umfaßt die Verhandlungsprozeduren, die unterschiedlichen Zeitpräferenzen und die Verhandlungskosten. Sie fließen als Parameter in die spieltheoretische Modellierung der Verhandlungen ein. Mit Hilfe von Experteninterviews und Sekundäranalysen unterschiedlicher Daten wird die Verhandlungssituation rekonstruiert und werden die Verhandlungsergebnisse abgebildet. Ziel der Arbeit ist es, das Zustandekommen der Verhandlungsergebnisse analytisch herzuleiten und diese Ergebnisse demokratietheoretisch einzuordnen.



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