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Beendete Forschungsprogramme |
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Abteilung Institutionen und sozialer Wandel |
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Forschungsziele
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Grundlagen
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Theoretischer Bezugsrahmen
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Forschungsdesign
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Datenquellen
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Struktur des Forschungsprogrammes
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Grundlagen Allgemeiner Ausgangspunkt für das Forschungsprogramm ist die
Frage, inwieweit politische Institutionen in modernen Gesellschaften
fähig sind, die vielfältigen Problemlagen und die unterschiedlichen
Ansprüche ihrer Bürger aufzunehmen und zu verarbeiten. Durch zwei
grundlegende Wandlungsprozesse haben sich die Voraussetzungen und
Bedingungen für die Aufnahme und Verarbeitung von gesellschaftlichen
Problemlagen und Ansprüchen in den letzten Jahrzehnten nachhaltig
verändert.
Erstens haben in den westlichen Demokratien soziale und
wirtschaftlich-technische Wandlungsprozesse zu neuen Problemlagen
und zu einem veränderten Verhältnis der Bürger zur Politik geführt.
Die Bürger artikulieren neue Ansprüche (z.B. Umweltschutz,
Lebensqualität) und konfrontieren politische Institutionen mit der
Forderung nach stärkerer politischer Beteiligung. Zweitens haben
sich seit Ende der achtziger Jahre in Mittel- und Osteuropa
Wandlungen und Umwälzungen in Richtung des Aufbaus demokratischer
politischer Systeme vollzogen. Damit verbunden sind Wandlungen in
allen Bereichen dieser Gesellschaften, die die entstehenden
politischen Institutionen vor besondere Anforderungen stellen. Die
Veränderungen in Mittel- und Osteuropa haben nicht nur Auswirkungen
auf diese neu entstehenden Systeme, sondern durch den Wegfall des
Ost-West-Konflikts ebenfalls Rückwirkungen auf die Problemhaushalte
und die Legitimationsbedingungen westlicher Demokratien.
Vor dem Hintergrund dieser beiden grundlegenden Wandlungsprozesse
stellt sich die Frage, ob demokratische Systeme auf die neuen
Bedingungen in ihrer Umwelt angemessen reagieren, also die Frage
nach ihrer Leistungsfähigkeit. Für etablierte westliche Demokratien
heißt das danach zu fragen, in welchem Maße ihre politischen Systeme
in der Lage sind, den neuen Problemlagen und dem veränderten
Verhältnis von Bürger und Politik zu begegnen. Die Frage nach der
Leistungsfähigkeit der politischen Systeme stellt sich für die
Länder Mittel- und Osteuropas in besonderer Weise. Sie müssen nicht
nur die durch die Wandlungsprozesse entstandenen Problemlagen und
Ansprüche aufnehmen und verarbeiten, sondern gleichzeitig auch die
Aufgabe der Konsolidierung der neu eingeführten demokratischen
Institutionen lösen.
Das Forschungsprogramm der Abteilung greift die Frage nach der
Leistungsfähigkeit politischer Institutionen auf und versucht in
einigen zentralen Aspekten empirische Klärungen durch vergleichende
Analysen vorzunehmen. Im internationalen Vergleich werden die
westlichen Demokratien der OECD sowie die neu entstandenen
Demokratien vor allem in Mittel- und Osteuropa untersucht.
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Theoretischer Bezugsrahmen
Als allgemeiner theoretischer Bezugsrahmen für die empirischen
Analysen dient zum einen ein systemtheoretisches Modell des
politischen Prozesses in Demokratien. Zum anderen werden
demokratische Kriterien spezifiziert und zur Beurteilung dieser
Prozesse herangezogen. Die allgemeinen theoretischen Grundlagen der
Forschungsaktivitäten wurden in der Abteilung entwickelt und zu
einer Metatheorie des demokratischen Prozesses verdichtet (Fuchs,
dp. FS III 93-202 und FS
III 93-203). In Anknüpfung an etablierte systemtheoretische
Vorstellungen wird das politische System als ein Leistungssystem
begriffen, dessen spezifische Funktion in der Herstellung und
Durchsetzung kollektiv bindender Entscheidungen liegt. Der Prozess
wird dabei als eine gerichtete Abfolge von Handlungsprodukten
unterschiedlicher Akteure des politischen Systems konzeptualisiert (s. Schaubild 1).
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Schaubild 1: Ein Modell des demokratischen Prozesses (Auszug)

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Dieser Prozess beginnt nach der demokratischen Grundnorm bei den
Ansprüchen der Staatsbürger. Diese Ansprüche werden sowohl von den
Staatsbürgern direkt als auch vermittelt über Interessengruppen,
soziale oder politische Bewegungen und Massenmedien artikuliert.
Politische Parteien selektieren aus diesen Ansprüchen. Aufgegriffene
Ansprüche werden Gegenstand des Parteienwettbewerbs, sie werden zu
politischen Streitfragen und zum Teil in die politischen Programme
der Parteien aufgenommen und gebündelt. Über den Mechanismus der
demokratischen Wahl finden bestimmte Programme Eingang in Parlament
und Regierung und werden in kollektiv bindende Entscheidungen
umgesetzt, die die Verwaltung anschließend implementiert.
Entscheidungen haben Auswirkungen (Resultate), die von den
Staatsbürgern und ihren Organisationen bewertet werden (Abnahme).
Resultate und Abnahme politischer Entscheidungen wirken wieder auf
die gesellschaftlichen Problemlagen und Ansprüche der Bürger zurück.
Zur Beurteilung der Qualität der politischen Prozesse wurden
systematische Kriterien entwickelt (Fuchs 1998). Im Mittelpunkt
steht dabei die Frage, in welchem Ausmaß kollektive politische
Akteure gesellschaftliche Problemlagen und Ansprüche der Bürger
aufnehmen (Responsivität), in welchem Ausmaß diese realisiert werden
(Effektivität) und wie diese Leistungen durch die Bürger beurteilt
werden.
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Forschungsdesign
Das empirische Forschungsprogramm der Abteilung setzt sowohl auf
der mikro- als auch auf der makroanalytischen Ebene an. Die
mikroanalytische Ebene bezieht sich zum einen auf die Bürger und
deren politische Einstellungen und Verhaltensweisen im Rahmen des
demokratischen politischen Systems und gegenüber diesem System und
seinen Leistungen. Zum anderen richtet sich die mikroanalytische
Perspektive auf die Einstellungen und Verhaltensweisen politischer
Eliten als Leistungsträger des politischen Systems. Auf der
makroanalytischen Ebene werden Strukturen und Handlungsprodukte
kollektiver Akteure und Subsysteme der Politik untersucht. Im
Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Einfluss Strukturen auf
die Leistungsfähigkeit von kollektiven Akteuren und Subsystemen
haben. Darüber hinaus werden die verschiedenen Ebenen in einen
systematischen Bezug zueinander gesetzt. Zum einen wird die Frage
untersucht, inwieweit Leistungen der Eliten und der kollektiven
Akteure des politischen Systems den gesellschaftlichen Problemlagen
und Ansprüchen der Bürger entsprechen. Zum anderen werden
Unterschiede zwischen den Ländern auf der Mikroebene durch
systematische Variationen auf der Makroebene erklärt.
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Datenquellen
Die wichtigsten Datenquellen für das Forschungsprogramm auf der
Mikroebene stellen repräsentative Bevölkerungs- und Elitenumfragen
dar. Auf der Makroebene sind es Struktur- und Leistungsindikatoren
der kollektiven Akteure und Subsysteme der Politik. Für die Mikro-
wie die Makroebene kann zwar teilweise auf bereits vorliegende Daten
zurückgegriffen werden. Für bestimmte Forschungsfragen muss die
Abteilung jedoch in größerem Umfang eigene Erhebungen durchführen,
die in aller Regel über Drittmitteln finanziert werden. Im
Berichtszeitraum zählten zu den Förderungsinstitutionen die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG), die Thyssen-Stiftung, die
Volkswagen-Stiftung und die Europäische Kommission.
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Struktur des Forschungsprogramms
Im Forschungsprogramm wird systematisch zwischen drei
Untersuchungsobjekten unterschieden: Bürger, kollektive Akteure und
Subsysteme der Politik sowie politische Eliten. Entsprechend
unterschiedlicher Fragestellungen gliedert sich das Programm in drei
größere Bereiche. In jedem Bereich werden mehrere, vor allem
international vergleichende Forschungsprojekte durchgeführt, die
inhaltlich aufeinander bezogen und über Kooperationsbeziehungen
miteinander verzahnt sind. Die drei Forschungsbereiche sind:
> 1. Bürger und Politik
> 2. Strukturen und Leistungen kollektiver Akteure und
politischer Systeme
> 3. Politische Eliten und politische Repräsentation |
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Literatur
Fuchs, Dieter, Eine Metatheorie des demokratischen Prozesses, Discussion Paper FS III 93-202,
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
(Abstract)
Fuchs, Dieter, A Metatheory of the Democratic Process, Discussion
Paper FS III 93-203, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
(WZB) (Abstract)
Fuchs, Dieter, "Kriterien
demokratischer Performanz in Liberalen Demokratien", in: Michael
Greven (Hg.), Demokratie – Eine Kultur des Westens?, Opladen: Leske
+ Budrich 1998, S. 151-179
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Letzte Änderung: 2002-03-12 09:44 |
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