Home Home Kontakt Sitemap Suche Impressum English
Beendete ForschungsprogrammeMetropolenforschung

Beendete Forschungsprogramme

Arbeitsgruppe Metropolenforschung





Großstadt-Dokumente. Metropolenforschung und intellektuelles Milieu im Berlin der Jahrhundertwende
Diese Seite gehört zu einem beendeten Forschungsprogramm und wird nicht mehr aktualisiert.

Falls auf dieser Seite Emailadressen, Telefonnummern oder oder ähnliche Angaben zu finden sind, verwenden Sie sie bitte nicht - sie könnten veraltet sein.

Klicken Sie auf diesen Link, um zusätzliche Informationen zu erhalten.


 
 

Projektskizze


In einer Studie zur Sozialgeschichte der Sozialwissenschaften rekonstruiert die Arbeitsgruppe Metropolenforschung eines der ehrgeizigsten Unternehmen der Stadtforschung, das es im deutschsprachigen Raum gegeben hat: die 50 Bände der Großstadt-Dokumente aus den Jahren 1904 bis 1908. Die Reihe war als eine Art soziologischer Reiseführer konzipiert, in dem die Errungenschaften der "Berliner Moderne", aber auch die Folgeprobleme der urbanen Modernisierung zur Sprache kommen sollten. Neben dem Herausgeber, dem Schriftsteller und Journalisten Hans Ostwald (1873-1940), waren 40 weitere Autoren an dem publizistischen Großprojekt beteiligt. Aufgrund ihrer gemeinsamen Zugehörigkeit zu Künstlerkreisen, Zeitungsredaktionen und sozialreformerischen Vereinigungen hat zwischen den Verfassern eine Vielzahl von Kontakten bestanden, so daß man zumindest bei der Kerngruppe um Hans Ostwald von einer Autorengemeinschaft sprechen kann.


 


Die Milieustudie über die Berliner Milieuforscher orientiert sich an zwei Leitfragen:

  • Welches Bild der Metropole wird in den Großstadt-Dokumenten einschließlich ihres publizistischen Kontextes gezeichnet und welche Verfahren der Stadtforschung kommen dabei zum Einsatz?

  • In welchem Verhältnis stand die Berliner Autorengemeinschaft zu den intellektuellen Zirkeln der Jahrhundertwende?

 
 

Inhaltsanalyse
 

Die systematische Sichtung des mehr als 5000 Seiten umfassenden Textkorpus der Großstadt-Dokumente soll darüber Aufschluß geben, inwieweit die Einzelbände durch Leitmotive miteinander verknüpft sind und welche Methoden der Beobachtung und Beschreibung des urbanen Lebens darin erprobt werden.

 
 

Kontextanalyse
 

Die Verfasser der Reihe haben deren Themen und Methoden in zahlreichen anderen Stadttexten variiert. Zum publizistischen Umfeld der Großstadt-Dokumente gehören Reportagen, Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, Romane und Drehbücher. Diese Kontextliteratur soll ebenfalls einer - zumindest stichprobenartigen - Inhaltsanalyse unterzogen werden.

 
 

Soziogramm der Autorengemeinschaft
 

Obwohl Hans Ostwald und einige seiner Mitarbeiter um die Jahrhundertwende zu den bekanntesten Publizisten Deutschlands gehörten, ist die Mehrzahl von ihnen spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geraten. Biographische Recherchen sollen die Parallelen im Lebensweg und Lebenswerk dieser Autorengeneration nachzeichnen.

 
 

Rezeptionsstudie
 

Während die Großstadt-Dokumente von den Vertretern der Chicago School of Sociology intensiv rezipiert wurden, sind die Repräsentanten der frühen deutschen Soziologie kommentarlos über das Erscheinen der Reihe hinweggegangen. Wie läßt sich dieser Unterschied in der akademischen Resonanz auf das Stadtforschungsprojekt von Hans Ostwald erklären?

Die Verbindung zwischen den stadtsoziologischen und den wissenschaftssoziologischen Bestandteilen des Forschungsprojektes ergibt sich aus dem Sachverhalt, daß die Haltung zur modernen Metropole eines der entscheidenden Distinktionsmerkmale war, an denen sich die Konflikte zwischen den verschiedenen Fraktionen der Intellektuellenszene um die Jahrhundertwende - insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen den "Agrarromantikern" und den "Asphaltliteraten" - entzündeten. Als Theoriehintergrund für die Rekonstruktion dieser Auseinandersetzungen dient Bourdieus Konzeption des kulturellen Feldes. Die Untersuchung soll einen Beitrag zur historischen Analyse von Metropolendiskursen in der Urbanistik leisten, wie sie in der ehemaligen WZB-Forschungsgruppe "Metropolenforschung" verfolgt wurde.
Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Laufzeit ab März 1999 bis voraussichtlich Ende 2002.

 

Nach oben 

Letzte Änderung: 2002-10-01 18:29