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Beendete ForschungsprogrammeSozialstruktur und Sozialberichterstattung

Beendete Forschungsprogramme

Abteilung Sozialstruktur und Sozialberichterstattung





Lebenswerte Gesellschaft. Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit im Urteil der Bürger (Dissertation)
(Diese Abteilung beendete ihre Arbeit Ende Dezember 2002)

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Bearbeitung durch:

Dipl.-Soz. Thomas Bulmahn

Kontakt:

Bulmahn, Thomas (Tel. 030-25491389, e-mail: bulmahn@medea.wzb.eu)

Inhaltsbeschreibung:

Im Rahmen der Lebensqualitätsforschung und der wissenschaftsbasierten Sozialberichterstattung hat es immer wieder Bemühungen gegeben, Aspekte der Qualität der Gesellschaft in das Gesamtkonzept aufzunehmen und empirisch zu bearbeiten. Das Dissertationsprojekt ist Teil dieser Bestrebungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit heute in der Bundesrepublik Deutschland Freiheitsrechte als realisiert, Sicherheitsprobleme als gelöst und Gerechtigkeitsfragen als beantwortet gelten. Die Urteile der Bürger sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung:

Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit sind Grundwerte der bürgerlichen Gesellschaft und als solche herausragende Ziele der gesellschaftlichen Entwicklung. Anhand der Einschätzungen durch die Bürger läßt sich das Ausmaß der Verwirklichung dieser Ziele verhältnismäßig einfach messen. Diese Möglichkeit ist vor allem deshalb interessant, weil für die meisten Zielgrößen keine objektiven Kriterien der Realisierung formuliert werden können. Da elementare Mindeststandards weitgehend erfüllt sind, handelt es sich bei Grundwerten wie Chancengleichheit, politische Freiheit, öffentliche Sicherheit oder soziale Gerechtigkeit um relative Ziele, deren Position und Gestalt sich immer wieder verändern. Inwieweit diese Ziele erreicht sind, kann deshalb nur subjektiv beurteilt werden - von Politikern, Juristen und Sozialwissenschaftlern, oder wie hier vorgeschlagen, von den Bürgern als Experten in eigener Sache.

Die Bewertungen der Bürger lassen Rückschlüsse auf Probleme sozialer Benachteiligung und sozialen Ausschlusses zu. Diese sind immer dann anzunehmen, wenn die Ungleichheit in der Bewertung von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit mit der Ungleichheit von sozialen Positionen und Partizipationschancen einhergeht. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise untersucht, wie groß der Einfluß des Einkommens, des Geschlechts oder der Staatsbürgerschaft auf das wahrgenommene Ausmaß von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in dieser Gesellschaft ist.

Die wahrgenommene Qualität der Gesellschaft stellt schließlich einen eigenständigen Aspekt der Lebensqualität dar. Hierbei ist vom Thomas-Theorem auszugehen, das heißt, von der soziologischen Erkenntnis, daß die subjektive Definition der Situation reale Folgen hat. Bei der wahrgenommenen Verwirklichung von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit handelt es sich zweifellos um eine subjektive Definition der gesellschaftlichen Wirklichkeit, die sich in einem bestimmten Ausmaß auf die politischen Einstellungen, die Handlungsabsichten und das Wohlbefinden auswirkt. Zu analysieren ist in diesem Kontext unter anderem, inwieweit die Wahrnehmung von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben und die Zufriedenheit mit der Demokratie beeinflußt.

Zeitraum:

Mai 1999 - September 2002.

Methodik:

Primäranalyse von Individualdaten, Untersuchungsdesign: Querschnitt, Zeitvergleich.

Datenbasis:

 Wohlfahrtssurvey 1998, Wohlfahrtssurvey Trend 2001.

Ausgewählte Publikationen:

Bulmahn, Thomas, 2000: Das vereinte Deutschland - Eine lebenswerte Gesellschaft? Zur Bewertung von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in Ost und West. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 52, Heft 3, S. 405-427.



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Letzte Änderung: 2002-08-07 17:01