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Bearbeitung durch:
Dipl.-Soz. Thomas Bulmahn
Kontakt:
Bulmahn, Thomas (Tel. 030-25491389, e-mail: bulmahn@medea.wzb.eu)
Inhaltsbeschreibung:
Im Rahmen der Lebensqualitätsforschung und der
wissenschaftsbasierten Sozialberichterstattung hat es immer wieder
Bemühungen gegeben, Aspekte der Qualität der Gesellschaft in das
Gesamtkonzept aufzunehmen und empirisch zu bearbeiten. Das
Dissertationsprojekt ist Teil dieser Bestrebungen. Im Mittelpunkt
steht die Frage, inwieweit heute in der Bundesrepublik Deutschland
Freiheitsrechte als realisiert, Sicherheitsprobleme als gelöst und
Gerechtigkeitsfragen als beantwortet gelten. Die Urteile der Bürger
sind in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung:
Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit sind Grundwerte der
bürgerlichen Gesellschaft und als solche herausragende Ziele der
gesellschaftlichen Entwicklung. Anhand der Einschätzungen durch die
Bürger läßt sich das Ausmaß der Verwirklichung dieser Ziele
verhältnismäßig einfach messen. Diese Möglichkeit ist vor allem
deshalb interessant, weil für die meisten Zielgrößen keine objektiven
Kriterien der Realisierung formuliert werden können. Da elementare
Mindeststandards weitgehend erfüllt sind, handelt es sich bei
Grundwerten wie Chancengleichheit, politische Freiheit, öffentliche
Sicherheit oder soziale Gerechtigkeit um relative Ziele, deren
Position und Gestalt sich immer wieder verändern. Inwieweit diese
Ziele erreicht sind, kann deshalb nur subjektiv beurteilt werden - von
Politikern, Juristen und Sozialwissenschaftlern, oder wie hier
vorgeschlagen, von den Bürgern als Experten in eigener Sache.
Die Bewertungen der Bürger lassen Rückschlüsse auf Probleme
sozialer Benachteiligung und sozialen Ausschlusses zu. Diese sind
immer dann anzunehmen, wenn die Ungleichheit in der Bewertung von
Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit mit der Ungleichheit von
sozialen Positionen und Partizipationschancen einhergeht. In diesem
Zusammenhang wird beispielsweise untersucht, wie groß der Einfluß des
Einkommens, des Geschlechts oder der Staatsbürgerschaft auf das
wahrgenommene Ausmaß von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in
dieser Gesellschaft ist.
Die wahrgenommene Qualität der Gesellschaft stellt schließlich
einen eigenständigen Aspekt der Lebensqualität dar. Hierbei ist vom
Thomas-Theorem auszugehen, das heißt, von der soziologischen
Erkenntnis, daß die subjektive Definition der Situation reale Folgen
hat. Bei der wahrgenommenen Verwirklichung von Freiheit, Sicherheit
und Gerechtigkeit handelt es sich zweifellos um eine subjektive
Definition der gesellschaftlichen Wirklichkeit, die sich in einem
bestimmten Ausmaß auf die politischen Einstellungen, die
Handlungsabsichten und das Wohlbefinden auswirkt. Zu analysieren ist
in diesem Kontext unter anderem, inwieweit die Wahrnehmung von
Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit die Zufriedenheit mit dem
eigenen Leben und die Zufriedenheit mit der Demokratie beeinflußt.
Zeitraum:
Mai 1999 - September 2002.
Methodik:
Primäranalyse von Individualdaten, Untersuchungsdesign:
Querschnitt, Zeitvergleich.
Datenbasis:
Wohlfahrtssurvey 1998, Wohlfahrtssurvey Trend 2001.
Ausgewählte Publikationen:
Bulmahn, Thomas, 2000: Das vereinte
Deutschland - Eine lebenswerte Gesellschaft? Zur Bewertung von
Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in Ost und West. In: Kölner
Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Jg. 52, Heft 3, S.
405-427.
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