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Bearbeitung durch: Dipl.-Soz. Petra
Böhnke
Kontakt:
Böhnke, Petra (Tel. 030-25491-372, e-mail: boehnke@medea.wzb.eu)
Inhaltsbeschreibung:
Soziale Ausgrenzung beschreibt in jüngster Zeit in Politik und
Wissenschaft das Risiko bestimmter Bevölkerungsgruppen, von
Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen zu
sein. Gesellschaftliche Teilhabe bezieht sich dabei in umfassender
Weise auf ökonomische, soziale, kulturelle und politische Aspekte.
Prekäre Erwerbsverläufe und Arbeitslosigkeit gelten als Schlüssel für
einen solchen Prozess. Definitionen und Dimensionen sozialer
Ausgrenzung sind jedoch nicht einheitlich und eine empirische
Überprüfung steht zu großen Teilen noch aus. Das Projekt stellt in
methodischer Hinsicht den Versuch dar, eine empirische Umsetzung des
Ausgrenzungskonzeptes zu leisten, um wesentliche Thesen des
Ausgrenzungsdiskurses – Polarisierung der Sozialstruktur,
Verwundbarkeit der gesellschaftlichen Mitte, Kumulation sozialer
Benachteiligung, geringe Teilhabechancen in prekären Lebenslagen – zu
überprüfen. Ihm liegt die Einschätzung zugrunde, dass Indikatoren zur
subjektiven Ausgrenzungserfahrung bislang in der empirischen Forschung
unzureichend berücksichtigt werden. Es wird gezeigt, wer in Ost- und
Westdeutschland vom Risiko sozialer Ausgrenzung betroffen ist und wie
relevant einzelne Benachteiligungen für verschiedenen
Bevölkerungsgruppen sind, um Ausgrenzungsempfinden zu verursachen.
Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche Bedingungen
sozialstruktureller Art gegeben sein müssen, damit sich objektive
Problemlagen in subjektiver Ausgrenzungserfahrung manifestieren. Dies
setzt eine umfassende Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden
sozialwissenschaftlichen Theorien und der gebräuchlichen
Verwendungsweise des Ausgrenzungskonzeptes in Wissenschaft und Praxis
voraus. Ausgangspunkt sind dabei jüngste Forschungsergebnisse, die auf
einen mehrdimensionalen und dynamischen Zugang zu Armut und sozialer
Benachteiligung drängen.
Beginn und (voraussichtliches Ende):
2000ff
Methodische Vorgehensweise:
Sekundäranalyse von Individualdaten, Untersuchungsdesign:
Querschnitt, Längsschnitt, Trend, Zeitreihe
Ausgewählte Publikationen:
Böhnke, Petra (2002): Die exklusive Gesellschaft. Empirische
Befunde zu Armut und sozialer Ausgrenzung. In:
Armutsberichterstattung, Armutsforschung – Und was dann? Neue Wege in
der Armutspolitik, Sonderheft Sozialer Fortschritt (im Druck).
Böhnke, Petra (2002): Ausgrenzungserfahrungen. Gesellschaftliche
Integration und Teilhabechancen in der Wahrnehmung der Bevölkerung.
In: Blätter der Wohlfahrtspflege 4/2002 (im Druck).
Böhnke, Petra & Jan Delhey (2001): Lebensstandard und
Einkommensarmut. Plädoyer für eine erweiterte Armutsforschung, in:
Barlösius, Eva / Ludwig-Mayerhofer, Wolfgang (Hrsg.): Die Armut der
Gesellschaft, Opladen 2001, S. 315-335.
Böhnke, Petra (2001): Nothing left to lose? Poverty and Social
Exclusion in Comparison. Empirical Evidence on Germany. WZB discussion
paper, FS III 01-402. |