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Beendete ForschungsprogrammeSozialstruktur und Sozialberichterstattung

Beendete Forschungsprogramme

Abteilung Sozialstruktur und Sozialberichterstattung





Forschungsziele
(Diese Abteilung beendete ihre Arbeit Ende Dezember 2002)

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Grundlagen

Die Abteilung „Sozialstruktur und Sozialberichterstattung“ hat einen grundlagenwissenschaftlichen Schwerpunkt in der Analyse des sozialstrukturellen Wandels moderner Gesellschaften. Sie hat einen anwendungsorientierten Schwerpunkt in der Sozialberichterstattung. Unter Sozialstruktur wird auf der Individual-Ebene die demographische Grundgliederung der Bevölkerung sowie ihre Gliederung bezüglich hoch bewerteter, knapper Güter wie Erwerbspositionen, Einkommen, Prestige und Einfluss verstanden. Auf einer zweiten, einer Meso-Ebene, lässt sich Sozialstruktur bestimmen als das System sozialer Klassen und Schichten, operationalisiert als System von sozialen Lagen, und seinen gegenwärtigen Differenzierungstendenzen in Richtung auf eine Pluralisierung von sozialen Milieus, Lebensformen und Lebensstilen. Auf einer dritten, der Makro-Ebene, lässt sich Sozialstruktur als System von politischen, ökonomischen und kulturellen Basisinstitutionen begreifen, mit den Problemen der Systemintegration und der sozialen Integration.

Die Abteilung besteht in ihrer jetzigen Form und Ausrichtung seit 1994. Sie setzte seit ihrer Gründung das Forschungsprogramm in erweitertem Umfang fort, das zuvor von der Arbeitsgruppe „Sozialberichterstattung“ durchgeführt wurde. Seit dem Bestehen der Abteilung wurde eine deutlichere Akzentuierung im Hinblick auf sozialstrukturelle Veränderungen vorgenommen, wobei im Berichtszeitraum diesbezügliche europäische Vergleiche verstärkt wurden.

Theoretische Ansätze

Den theoretischen Rahmen bilden Konzepte der Modernisierung und der Wohlfahrtsproduktion. Modernisierung wird als die durchaus konflikthafte Weiterentwicklung komplexer Gesellschaften verstanden, die auf alternativen Pfaden verlaufen kann, aber in den Basisinstitutionen von Konkurrenzdemokratie, Marktwirtschaft, Wohlfahrtsstaat und Massenkonsum eine gemeinsame Klammer hat. In dieser Perspektive wird die Transformation, z.B. der postkommunistischen Gesellschaften, als Systemwechsel und nachholende Modernisierung betrachtet, die sich jedoch eigene Entwicklungspfade suchen kann. Unter Wohlfahrtsproduktion werden die spezifischen und die kombinierten Leistungen von Staat, Markt, Assoziationen (z.B. Dritter Sektor) und Kleingruppen (z.B. Haushalte) verstanden.

Die Aufgaben der Sozialberichterstattung sind die Dauerbeobachtung des sozialstrukturellen Wandels und der Wohlfahrtsentwicklung. Dabei wird die Wohlfahrtsentwicklung als eine Teilmenge von Prozessen des sozialen Wandels verstanden, die explizit an gesellschaftlich hoch bewerteten Zielen (wie z.B. Gesundheit, gesunde Umwelt, hohe Beschäftigung) ausgerichtet sind. Moderne Gesellschaften zeichnen sich jedoch auch dadurch aus, dass sie ihren Bürgern gleiche Chancen im Hinblick auf immaterielle Dimensionen der Zugehörig­keit und Selbstverwirklichung bieten. Wohlfahrt umfasst als Oberbegriff drei Dimensionen. „Objektive Lebensbedingungen“, z. B. in den Bereichen Wohnen, Arbeit, Einkommen, Gesundheit, aber auch Freizeit, Sozialbeziehungen, gesellschaftliche Partizipation. „Subjektives Wohlbefinden“ hat positive und negative Komponenten; Zufriedenheiten und Glück, aber auch Ängste und Sorgen, Anomie, Pessimismus. Die dritte Dimension zielt auf die „Qualität der Gesellschaft“ im Aggregat und in den individuellen Bewertungen der Bürger.                                                                   



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Letzte Änderung: 2002-08-07 17:22