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Beendete ForschungsprogrammeSozialstruktur und Sozialberichterstattung

Beendete Forschungsprogramme

Abteilung Sozialstruktur und Sozialberichterstattung





Wohlfahrtsentwicklung, Prozesse der Exklusion und Integration im vereinten Deutschland und im europäischen Vergleich
(Diese Abteilung beendete ihre Arbeit Ende Dezember 2002)

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Leitung:
Zapf, Wolfgang, Prof.Dr.

Bearbeitung durch:
Habich, Roland, Dr.; Bulmahn, Thomas, Dipl.-Soz.; Böhnke, Petra, Dipl.-Soz.; Delhey, Jan, Dr.; Hinrichs, Wilhelm, Dr.; Priller, Eckhard, Dr.sc.

Kontakt:
Habich, Roland (Tel. 030-25491-300 E-mail: rhabich@medea.wzb.eu

Inhaltsbeschreibung:
Die Dauerbeobachtung des sozialen Wandels und der Wohlfahrtsent-wicklung im vereinten Deutschland und im europäischen Vergleich ist das zentrale Projekt der Abteilung „Sozialstruktur und Sozialberichterstattung“. Die wichtigsten Ergebnisse zur „Wohlfahrtsentwicklung im vereinten Deutschland“ basieren auf Analysen der Wohlfahrts-surveys und des SOEP, greifen jedoch auch auf Daten der amtlichen Statistik zurück.

Die Bilanz der Abteilung „Sozialstruktur und Sozialberichterstattung“ im Hinblick auf die Wohlfahrtsentwicklung im vereinten Deutschland fällt alles in allem positiv aus. Mit Indika-toren der objektiven Lebensbedingungen und des subjektiven Wohlbefindens wird gezeigt, daß es insgesamt eine deutliche Verbesserung gegeben hat, wenngleich der Abstand zu West-deutschland noch erheblich ist. Die objektiven Lebensbedingungen der Ostdeutschen haben sich grundlegend positiv verändert. Der Abstand zu Westdeutschland hat sich deutlich verrin-gert, ohne allerdings in allen Dimensionen das westliche Niveau zu erreichen. Die Bilanz hier ist: Die Angleichung hat weitgehend stattgefunden, die noch vorhandenen Unterschiede wer-den schwierig abzubauen sein. Defizite sind auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Der drastische Abbau von Arbeitsplätzen hat zu einer hohen Arbeitslosigkeit geführt. Der Blick auf die Er-werbsbeteiligung dagegen zeigt ähnliche Erwerbsquoten in Ost und West. Dennoch sind Wohlfahrtsdefizite festzustellen, da in Ostdeutschland die hohen Erwerbsorientierungen und -absichten fortbestehen. Die Bilanz für die Dimension des subjektiven Wohlbefindens ist alles in allem positiv, wenn auch zurückhaltend positiv; die beobachtbaren Lücken werden längere Zeit weiterbestehen. Angleichungen in materiellen Lebenslagen führen nicht immer zu einer Angleichung in subjektiven Einschätzungen und Bewertungen.

Daß Ost-West-Unterschiede weiterbestehen, zeigt sich darin, wie bestimmte Struktur- und Qualitätsmerkmale der Gesellschaft wahrgenommen werden. Im Wohlfahrtssurvey 1998 wur-de erstmals erhoben, inwieweit institutionelle Aspekte der gesellschaftlichen Lebensqualität verwirklicht sind. Die Bürger nehmen eine Vielzahl von Problemen wahr: Defizite bei Chan-cengleichheit und Gleichberechtigung ebenso wie Mängel beim Schutz vor Kriminalität und bei der sozialen Sicherheit. Selbst elementare Freiheitsrechte sehen einige als nicht verwirk-licht an. Insgesamt wird deutlich, daß die Ostdeutschen die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Bundesrepublik anders, das heißt vor allem kritischer, beurteilen als die Westdeutschen.

Es wird dennoch davon ausgegangen, daß die deutsch-deutschen Probleme allmählich an Be-deutung verlieren werden und daß Probleme der „weitergehenden Modernisierung“ des ver-einten Deutschlands innerhalb Europas an Bedeutung zunehmen werden. Die Beobachtung, Messung und Erklärung der Wohlfahrtsentwicklung, von Integrations- und Exklusionsprozes-sen werden deshalb in einen komparativen Rahmen gestellt, in dem sowohl west- und osteu-ropäische Gesellschaften einbezogen sind. Für diese komparative Betrachtungsweise werden die Konzepte Wohlfahrt, Entwicklung, Integration und Exklusion theoretisch bestimmt und eine empirische Operationalisierung im europäischen Vergleich angestrebt. Beim Thema Wohlfahrtsentwicklung interessiert neben grundlegenden objektiven und subjektiven Indika-toren die Erklärung der Lebenszufriedenheit, die Erklärung der stabilen internationalen Ni-veauunterschiede der Lebenszufriedenheit sowie die Beschreibung und Erklärung von unter-schiedlichen „Wohlfahrtsmixen“, das heißt unterschiedlichen Gewichten von staatlichen Maßnahmen, Marktelementen, der Rolle von privaten Organisationen und der Rolle von pri-vaten Netzwerken in der Sozialpolitik, allgemeiner der Wohlfahrtsproduktion.

Zeitraum:
Januar 1990 - September 2002.

Methodik:
Primäranalyse von Individualdaten, Untersuchungsdesign: Querschnitt, Zeitver-gleich.

Datenbasis:
Wohlfahrtssurvey 1993, Sowibusbeteiligung 1994, Buseinschaltung 1995, Sowi-busbeteiligung 1996, Wohlfahrtssurvey 1998, Euromodul 1999, Wohlfahrtssurvey Trend 2001, Sozioökonomisches Panel.

Ausgewählte Publikationen:
Böhnke, Petra, 2001: Nothing Left to Lose? Poverty and Social Exclusion in Comparison. Empirical Evidence on Germany. Discussion Paper FS III 01-402. Berlin: Wissenschafts-zentrum Berlin für Sozialforschung.

Böhnke, Petra, Jan Delhey und Roland Habich, 2000: Das Euromodul - ein neues Instrument für die europäische Wohlfahrtsforschung. In: Informationsdienst Soziale Indikatoren (ISI) 24: 12-15.

Bulmahn, Thomas, 2000: Das vereinte Deutschland – Eine lebenswerte Gesellschaft? Zur Bewertung von Freiheit, Sicherheit und Gerechtigkeit in Ost und West. In: Kölner Zeit-schrift für Soziologie und Sozialpsychologie 3: 405-427.

Delhey, Jan, 2002: Korruption in Bewerberländern zur Europäischen Union - Institutionen-qualität und Korruption in vergleichender Perspektive. Discussion Paper FS III 02-401. Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Habich, Roland und Heinz-Herbert Noll (Hg.), 2000a: Objektive Lebensbedingungen und subjektives Wohlbefinden im vereinten Deutschland. S. 415-612 in: Statistisches Bundes-amt (Hg.): Datenreport 1999. Zahlen und Fakten über die Bundesrepublik Deutschland. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Hinrichs, Wilhelm, 2001: Sozialstaatliche Sicherung der Wohnungsversorgung in Deutsch-land. S. 133-166 in: Lars-Hendrik Röller und Christian Wey (Hg.): Die soziale Marktwirt-schaft in der neuen Weltwirtschaft. WZB-Jahrbuch 2001. Berlin: edition sigma.

Priller, Eckhard, 1999a: Demokratieentwicklung und Mitwirkung in Ostdeutschland. Discus-sion Paper FS III 99-410. Berlin: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Spellerberg, Annette, 1996: Soziale Differenzierung durch Lebensstile. Eine empirische Un-tersuchung zur Lebensqualität in West- und Ostdeutschland. Berlin: edition sigma.

Noll, Heinz-Herbert und Roland Habich (Hg.), 2000: Vom Zusammenwachsen einer Gesell-schaft - Analysen zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Deutschland, Frankfurt am Main: Campus Verlag.

Zapf, Wolfgang, 2000: Wie kann man die deutsche Vereinigung bilanzieren. S. 160-174 in: Oskar Niedermayer und Bettina Westle (Hg.): Demokratie und Partizipation. Festschrift für Max Kaase. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Zapf, Wolfgang und Roland Habich (Hg.), 1996: Wohlfahrtsentwicklung im vereinten Deutschland. Sozialstruktur, sozialer Wandel und Lebensqualität. Berlin: edition sigma.



                                                                       


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Letzte Änderung: 2002-08-07 17:17