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Beendete ForschungsprogrammeZivilgesesellschaft und transnationale Netzwerke

Beendete Forschungsprogramme

Abteilung Zivilgesesellschaft und transnationale Netzwerke





Lokale Agenda 21

   
     

  v Inhalt und Ziele
v Publikationen

 
  Inhalt und Ziele  

Innerhalb der Abteilung wurden 2000/2001 einige Studien zur Lokalen Agenda 21 durchgeführt. Ausgangspunkt dabei ist das Abschlussdokument "Agenda 21" der Rio-Konferenz von 1992, das die Kommunen in Kapitel 28 auffordert, in einem breiten Konsultationsprozess mit ihrer Bürgerschaft lokale Aktionsprogramme zu entwickeln. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die deutsche Diskussion zur Lokalen Agenda 21 und auf Prozesse der Bürgerbeteiligung in der Lokalen Agenda 21 in Berlin, schlossen aber auch einige generelle Überlegungen zur Bedeutung von sozialem Kapital für den Erfolg von Lokalen Agenda 21-Prozessen ein.  
  Paradigmenwechsel in der politischen Ökologie? Zur deutschen Diskussion über die Lokale Agenda 21 (Pettenkofer)

Ausgehend von der in Deutschland geführten sozialwissenschaftlichen Diskussion über die "Lokale Agenda 21" wurde eine vorläufige Rekonstruktion der spezifischen Gestalt der Agenda-Prozesse versucht, die von der westdeutschen Tradition der Politischen Ökologie abweichen. Angesichts dieser neuartigen Phänomene stellen sich theoretische Fragen. Dabei ging es vor allem um die Angemessenheit der modernisierungstheoretischen Perspektive, mit der Beteiligte und Beobachter auf die Lokale Agenda 21 blicken. Entgegen deren Prämissen sind die Erfolge der Lokalen Agenda 21 nicht darauf zurückzuführen, dass die problematischen Folgen von Differenzierungsprozessen durch einen vernünftigen Konsens auf der Grundlage universalistischer Normen aufgefangen werden. Vielmehr spielen partikularistische Momente eine entscheidende Rolle - nicht nur in Form einer kalkulierenden Verfolgung des je selektiven Nutzens, sondern auch durch Auswirkungen lokaler Identitäten, die besser durch "kommunitaristische" Konzepte zu erfassen sind. Gerade was dieses Nutzbarmachen partikularistischer Orientierungen betrifft, scheint die Lokale Agenda 21 eine grundlegende Veränderung in der deutschen Politischen Ökologie darzustellen.
  Bürgerbeteiligung in der Lokalen Agenda 21 in Berlin (Schophaus)  
  Im Zentrum einer weiteren Studie zur Lokalen Agenda 21 standen die aktuellen Entwicklungen in Berlin. Nachdem alle (ehemaligen) 23 Stadtbezirke in einen Lokalen Agenda 21-Prozess eintraten, gab das Abgeordnetenhaus von Berlin mit seinem Beschluss vom September 1999 den Startschuss für die Entwicklung einer gesamtstädtischen Agenda. In der Untersuchung wurden zunächst die Aktivitäten und Erfahrungen der Lokalen Agenda 21-Prozesse in den einzelnen Stadtbezirken ausgewertet und dann mit den gesamtstädtischen Entwicklungen verglichen. Nach den Kriterien "Partizipation", "Öffentlichkeitsarbeit" und "Verbindlichkeit der Politik" - die sich als zentrale Erfolgsfaktoren für die LA 21 herausstellten - kann der Berliner Agenda-Prozess nicht als stabilisiert gelten. Während in den Stadtbezirken die (Bürger-)Beteiligung abnimmt, ist auf der gesamtstädtischen Ebene von vornherein eine geringe und eher "professionelle" Beteiligung gegeben. Es wurde vorgeschlagen, den vagen Begriff der (Bürger-)Beteiligung anhand des Gegensatzpaares Konsens versus Dissens genauer zu differenzieren und die von Akteuren zunehmend geäußerte Kritik an den in der Lokalen Agenda 21 vorherrschenden Konsensstrategien ernsthaft zu berücksichtigen. Eine Wende von der Konsens- bzw. "win-win"-Strategie hin zu einer konstruktiven "Dissensstrategie" der sozialen Bewegungen scheint hier anzustehen  
  Soziales Kapital und Lokale Agenda 21. Lokale umweltpolitische Initiativen in den USA (Geißel/Kern)  
  Neben den auf Deutschland und Berlin bezogenen Studien wurde am Beispiel der USA der Zusammenhang zwischen sozialem Kapital und lokalen "Agenda 21"-Prozessen bzw. lokalen umweltpolitischen Initiativen untersucht. Dabei ging es um drei zentrale Punkte: Erstens besteht ein Zusammenhang zwischen dem Niveau und der Form des in einer Stadt oder Gemeinde vorhandenen sozialen Kapitals und der Entstehung und Entwicklung von umweltpolitischen Initiativen. Zweitens haben diese Initiativen Rückwirkungen auf das soziale Kapital, da angenommen werden kann, dass die entsprechenden Verfahren zur Erhöhung des sozialen Kapitals beitragen. Schließlich spielt der Staat eine wichtige Rolle bei der Schaffung (bzw. Zerstörung) von sozialem Kapital.  

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  Publikationen  

Kern, Kristine, Claudia Koll und Malte Schophaus 2003: Local Agenda 21 in Germany from a Comparative Perspective - Local versus Translocal Capacities and Networks, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Discussion Paper (im Erscheinen).

Kristine Kern, Claudia Koll and Malte Schophaus 2002: Die Lokale Agenda 21. Ein innerdeutscher und internationaler Vergleich, Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen 15: 40-48.

FS II 01-303 Andreas Pettenkofer: Paradigmenwechsel in der politischen Ökologie? Zur deutschen Diskussion über die Lokale Agenda 21. 59 S >Zusammenfassung

FS II 01-306 Malte Schophaus: Bürgerbeteiligung in der Lokalen Agenda 21 in Berlin. 63 S. >Zusammenfassung

Geißel, Brigitte und Kristine Kern 2000: Soziales Kapital und Lokale Agenda 21. Lokale umweltpolitische Initiativen in den USA, in: Hubert Heinelt und Eberhard Mühlich, Lokale Agenda 21-Prozesse. Erklärungsansätze, Konzepte und Ergebnisse, Opladen: Leske+Budrich (Band 7 der Reihe „Städte und Regionen in Europa“), S. 257-276.
Zusammenfassung
 

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Letzte Änderung: 2005-03-22 13:35