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Completed research programsCivil Society and Transnational Networks

Completed research programs

Research Unit: Civil Society and Transnational Networks





The Diffusion of Environmental Policy Innovations



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  Results  
  Am 8. und 9. Dezember 2000 fand am WZB ein internationaler Workshop zum Thema "Diffusion of Environmental Policy Innovations" statt. Im Mittelpunkt der Tagung, die von der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität (Helge Jörgens, Martin Jänicke) und der Abteilung "Zivilgesesellschaft und transnationale Netzwerke" des WZB (Kristine Kern) gemeinsam organisiert und von der Volkswagen Stiftung finanziert wurde, stand die Frage nach der Bedeutung von Diffusionsprozessen in der Umweltpolitik und die Analyse ihrer zentralen Einflussfaktoren.

Ziel der Tagung war es, die vorhandenen, aber bisher noch weitgehend unkoordinierten Forschungsansätze zur Ausbreitung von Umweltpolitikinnovationen zusammenzuführen und die Bedeutung dieser vergleichsweise neuen Forschungsperspektive für die vergleichende Umweltpolitikanalyse zu diskutieren. Die insgesamt 30 Tagungsbeiträge und die anschließenden Diskussionen machten deutlich, dass Politikdiffusion und Politiktransfer inzwischen zu einem zentralen Einflussfaktor nationalstaatlicher Umweltpolitik geworden sind. Eine systematische Erforschung von Diffusionsprozessen wurde von der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer als wegweisende Erweiterung der international vergleichenden Umweltpolitikanalyse angesehen. Wichtige Ergebnisse der Konferenz sind:

 

 
 
  1. Politikdiffusion ist ein offenes und neutrales Konzept zur Beschreibung der (internationalen) Verbreitung von Politikinnovationen. Es ist neutral im Hinblick auf die Qualität und die konkrete Umsetzung der sich ausbreitenden Politikinnovationen. Im Gegensatz zu ähnlichen Konzepten wie Policy-Transfer, Lesson-Drawing oder Policy-Learning beinhaltet es auch keine Festlegung auf einen speziellen Mechanismus der Ausbreitung. Allerdings ist es notwendig, die internationale Politikdiffusion von der ebenfalls denkbaren parallelen, vorrangig auf nationale Einflussfaktoren zurückzuführenden Politikinnovation abzugrenzen.
     
  2. Die Diffusion von Politikinnovationen kann sowohl abhängige als auch unabhängige Variable sein. Während es im ersten Fall um die Erklärung von Diffusionsmustern, d.h. um die Analyse der Einflussfaktoren und Mechanismen der Politikdiffusion geht, steht im zweiten Fall das umweltpolitische Steuerungspotential von Diffusionsprozessen im Vordergrund (Stichwort: 'governance by diffusion').
     
  3. Die Erklärung von Diffusionsmustern sollte breit ansetzen, um mögliche Einflussfaktoren nicht von vornherein auszuschließen. Dabei ist insbesondere das Spannungsverhältnis von Freiwilligkeit und Zwang von politikwissenschaftlichem Interesse. Insbesondere die Bedeutung transnationaler Akteursnetzwerke und internationaler Organisationen für die Politikdiffusion ist bisher nur unzureichend erforscht. Eine weitere zentrale Forschungsfrage betrifft die Bedeutung des zunehmend beobachtbaren regulativen Wettbewerbs zwischen Nationalstaaten für die Diffusion von Politikinnovationen.
     
  4. Aus steuerungstheoretischer Sicht kann der Forschungsansatz einen Beitrag zur Klärung der wechselseitigen Abhängigkeit von nationaler und internationaler umweltpolitischer Steuerung ('governance') leisten und zur Entwicklung neuer Strategien der globalen Umweltpolitik beitragen. Darüber hinaus können mit Hilfe der Diffusionsperspektive Veränderungen von Macht- und Interessenlagen im internationalen System erklärt werden.
     
  5. Während die Diffusionsforschung bisher hauptsächlich die Output-Ebene (d.h. materielle Regelungen, Programme und Institutionen) betrachtet, besteht erheblicher Forschungsbedarf hinsichtlich der konkreten Auswirkungen von Politikdiffusion. Ungeklärt ist bisher, ob und inwieweit die Ausbreitung neuer Regelungsansätze - wie häufig angenommen - tatsächlich zu einer effektiveren Umweltpolitik führt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, auf welchen Ebenen des Politikprozesses (z.B. Problemwahrnehmung, Politikformulierung, Implementation) die Diffusion innovativer Ansätze eine Rolle spielt. Auch die Frage, wie sich Politikinnovationen im Diffusionsverlauf verändern, ist bisher kaum untersucht.
 

Die Tagung hat gezeigt, dass die Diffusionsforschung einen innovativen Beitrag zur international vergleichenden Umweltpolitikanalyse leisten kann. Der Workshop, an dem über 40 Forscher aus insgesamt 13 Ländern beteiligt waren, versteht sich als ein erster Schritt zur Bildung eines internationalen Forschungsnetzwerkes.

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  Publications  
  The Diffusion of Environmental Policy Innovations. A Contribution to the Globalisation of Environmental Policy (Kern/Jörgens/Jänicke)  

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Last change: 2005-03-22 13:35