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Completed research programsCivil Society and Transnational Networks

Completed research programs

Research Unit: Civil Society and Transnational Networks





WZB Discussion Paper Abstracts



 
  1993  
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The different research units of the WZB publish their reports in "Discussion papers" (DIN A4-format). They are available from  the WZB's Press and Information Office. Please order the Discussion Papers by email or mail and include the number (SP IV ) and title of the Discussion Paper in your order form . (Only written orders are accepted.)

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 FS II 93-301 Helmut Weidner: Mediation as a Policy Instrument for Resolving Environmental Disputes--With Special Reference to Germany. Schriften zu Mediationsverfahren im Umweltschutz Nr. 3. 37 S.
Abstract available only in German. In allen demokratischen Industriegesellschaften nehmen die Umweltkonflikte zu. Einige Bereiche (besonders großtechnische Entwicklungsvorhaben betreffend) erweisen sich zunehmend resistenter gegen staatliche Steuerungsversuche mit konventionellen Politikinstrumenten. Das hat im politisch-administrativen System und in der Wirtschaft die Bereitschaft wachsen lassen, mit neuartigen, sog. alternativen Streitregelungsverfahren zu experimentieren. Sie beruhen vor allem auf Verhandlungslösungen. Eines davon, das Mediationsverfahren, hat sich in der Praxis - insbesondere in den USA, Japan und Kanada - als relativ erfolgreich erwiesen. Es wird in diesem Beitrag vor dem Hintergrund besonders der Erfahrungen in den USA beschrieben, weiterhin werden zwei Anwendungsfälle in der Bundesrepublik Deutschland (Mülldeponie Münchehagen, Abfallwirtschaftskonzept des Kreises Neuss) dargestellt. Schließlich wird der Frage nachgegangen, ob und in welcher Weise Mediationsverfahren als Politikinstrumente angesehen werden können. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, daß Mediationsverfahren Politikinstrumente eines modernisierten Staates sind und besonders für große, jedoch lokal/regional überschaubare Konflikte geeignet sind. In der Bundesrepublik Deutschland sind allerdings noch mehr praktische Erfahrungen notwendig, um über Erfolgsvoraussetzungen und Anwendungsgebiete begründete allgemeinere Aussagen machen zu können.
 FS II 93-302 Bruckner/Ebeling/Jimenez Montano/Scharnhorst: Technological Innovations--A Self-Organization Approach. 70 S.
Abstract available only in German. Die Frage nach politischen Regulierungsmöglichkeiten der Massenarbeitslosigkeit in Ostdeutschland wird auf unabsehbare Zeit nichts von ihrer Aktualität verlieren. Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften spielen in diesem Kontext eine nach wie vor prominente Rolle, auch wenn ihr Gewicht innerhalb der aktiven arbeitsmarktpolitischen Ansätze und Instrumentarien durch die Veränderungen der Förderkriterien der Bundesanstalt für Arbeit etwa ab Mitte 1993 abnehmen wird. In dieser exemplarischen Fallstudie wird zum einen der Politikprozeß der Entwicklung und Arbeit einer kommunalen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft herausgearbeitet, um zum zweiten darauf aufbauend die Kooperationsbeziehungen und -strukturen der beteiligten Akteure zu verdeutlichen. Ebenso wie in einer weiteren, bereits veröffentlichten Fallstudie (FS2 92-203) geht der Autor dabei von der These aus, daß eine absichtsvolle - strategische - Kooperation der Akteure unter den gegebenen politisch-ökonomischen Rahmenbedingungen die Chance einer Beschäftigungsgesellschaft erhöht, nicht nur zeitlich befristet soziale Auffangstation oder Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen zu sein, sondern darüber hinaus strukturpolitische Impulse geben zu können. Technologische Innovationen wurden in der Literatur mit Hilfe von Substitutions- und Diffusions- sowie Evolutionsmodellen untersucht, wobei jeder der Zugänge einen anderen Aspekt des Innovationsproblems beinhaltet. In früheren Arbeiten zu Selbstorganisationsmodellen komplexer Prozesse wurde von verschiedenen Autoren der evolutionstheoretische Zugang vorgeschlagen. Der Evolutionsaspekt des Innovationsproblems besteht vor allem in der Beschreibung der Innovation als (amplifizierter) struktureller Fluktuation. In dieser Sichtweise ist der Substitutions- und Diffusionsaspekt des Problemseingeschlossen und muß reinterpretiert werden. Die Frage, wie das Substitutionsproblem evolutionstheoretisch behandelt werden kann, ist Gegenstand dieser Arbeit. Im Gegensatz zu den bisher in der Literatur vorfindlichen Methoden benutzen die Verfasser einen Mastergleichungsformalismus, um die Rolle der Fluktuationen im Substitutionsprozeß zu untersuchen. Auf diese Weise kann gezeigt werden, daß die bekannten klassischen Ergebnisse von Fisher und Pry sowie die Resultate von Batten und Bhargava zu den Bedingungen des Übergangs zu einer neuen Technologie in einem stochastischen Substitutionsmodell verallgemeinert werden müssen. Erstmalswerden analytische Ausdrücke für die Überlebenswahrscheinlichkeit einer neuen Technologie in kleineren und größeren Ensembles untersucht, mit deren Hilfe die Autoren einen spezifischen Nischeneffekt nachweisen können, der neben anderen wichtigen Effekten im ersten Stadium der Durchsetzung einer neuen Technologie in Erscheinung tritt. Sie zeigen damit, wie eine Hyperselektionssituation (Ayres 1991) in einem stochastischen Modell bewältigt und Schwellwerte gegen die Durchsetzung einer neuen Technologie in einem Stufenprozeß überwunden werden können.

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 FS II 93-303 Wolfgang van den Daele: Sozialverträglichkeit und Umweltverträglichkeit. Inhaltliche Mindeststandards und Verfahren bei der Beurteilung neuer Technik. 36 S.
Abstract available only in German. Untersucht werden in diesem Beitrag die Bedeutung und die Funktion von Standards der Sozialverträglichkeit in der Auseinandersetzung um die politische Regulierung technischer Dynamik. Lassen sich diese Standards unabhängig von konkreten politischen Zielvorgaben durch Rekurs auf Kriterien sozialer Stabilität oder Lebensfähigkeit operationalisieren? Entsprechende Versuche,"Umweltverträglichkeit" durch ökologische Stabilität zu definieren, sind gescheitert. Es kann lediglich eine regulative Idee der ökologischen Integrität formuliert werden (Nullbelastung), die eine Richtung für die Minimierung von Eingriffen vorgibt. Für die Definition von "Sozialverträglichkeit" gibt es weder ein brauchbares Kriterium sozialer Stabilität noch ein definierbares Ideal sozialer Nullbelastung. Sozialverträglichkeitsprüfungen sind eine besondere Arena des Konflikts um das Verfahren bei der Beurteilung neuer Technik und die Inhalte der politischen Reaktionen auf technische Dynamik. Aber sie liefern keine neuen Metakriterien der Gesamtverträglichkeit, an denen diese Reaktionen sich orientieren könnten. Ihre Hauptfunktion besteht in der Aktualisierung von Informations- und Teilhabeansprüchen.
 FS II 93-304 Broder Breckling: Naturkonzepte und Paradigmen in der Ökologie. Einige Entwicklungen. 53 S.
Abstract available only in German. Der wissenschaftlichen Ökologie wird eine wesentliche Bedeutung zugeschrieben, wenn es darum geht, die Folgen gesellschaftlicher Einwirkung auf Natur zu bestimmen. Um unerwünschte Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und tragfähige Kriterien für den Naturumgang zu entwickeln, muß sie - praktisch wie theoretisch - erheblichen Anforderungen genügen. Da Naturbeobachtung und Experiment notwendig theoriegeleitet sind, stellt sich die Frage nach dem Stand der Theorie-Entwicklung in der Ökologie. Er wird in dieser Studie an verschiedenen Beispielen diskutiert. Am Sukzessionsbegriff, der die selbstorganisierte Veränderung der Organismengemeinschaft an einem Standort während einer längeren Zeitspanne bezeichnet und eines der am längsten bearbeiteten Themen ökologischer Theorie ist, läßt sich zeigen, daß Theoriebildung nicht losgelöst von gesellschaftlichen Topoi erfolgt. Sowohl das ältere, organizistische Sukzessionskonzept als auch das systemtheoretische Konzept weisen erkennbare gesellschaftliche Prägungen auf. Auch der ökologische Stabilitätsbegriff reflektiert in deutlicher Weise gesellschaftliches Interesse, krankt aber daran, daß über ihn bisher keine einheitliche Auffassung hergestellt werden konnte. Der Stand der Diskussion hierzu ist sowohl terminologisch als auch konzeptionell unbefriedigend. Konsequenzen der Theoriebildung für die Forschungspraxis werden thesenartig am Beispiel des Indikatorenprojekts erläutert, das vom BMFT zu Beginn der 80er Jahre initiiert wurde, um Möglichkeiten der Verbesserung des Chemikalienumgangs im Hinblick auf den Naturhaushalt zu ermitteln. Abschließende Thesen zu den Perspektiven derökologischen Theoriebildung machen deutlich, daß die ökologische Theorie insgesamt ein wenig einheitliches, offenes und zur Zeit in einer deutlichen Neuorientierung begriffenes Gebiet ist.
 FS II 93-305 Karin Pfingsten: Konflikte um die Abfallwirtschaft: Erscheinungsformen, Hintergründe und Bewältigungsstrategien. Schriften zu Mediationsverfahren im Umweltschutz Nr. 4. 91 S.
Abstract available only in German. In dieser Arbeit analysiert die Autorin das Konfliktfeld "Abfallwirtschaft" und arbeitet die einschlägige sozialwissenschaftliche Literatur - insbesondere die empirische Forschung - auf. Der Umgang mit Abfällen aus Produktion, Handel und Konsum ist für Industrieländer wie dieBundesrepublik Deutschland zu einem Problem mit hohem gesellschaftlichen Konfliktpotential geworden. Im vorliegenden Papier wird die Abfallproblematik unter sozialwissenschaftlichem Blickwinkel analysiert. Schwerpunktmäßig wurde dabei die einschlägige sozialwissenschaftliche Literatur berücksichtigt, vor allem relevante empirische Forschungsergebnisse ausgewertet. Daneben wurden Daten zur Abfall- und Entsorgungssituation und Arbeiten zu rechtlich-administrativen Regelungen herangezogen. Gesellschaftliche Konflikte um die Abfallwirtschaft werden zumindest mittelfristig in der umweltpolitischen Arena einen dominierenden Stellenwert behalten. Die Analyse verschiedener Konfliktbewältigungsstrategien zeigt, daß keine Patentlösung existiert. Eine effektivere Problembewältigung und eine produktivere Konfliktaustragung sind jedoch wahrscheinlicher, wenn progressive abfallpolitische, technische und planerische Ziele konsequent verfolgt werden. Abfallwirtschaftliche Planungs- und Entscheidungsprozesse sollten um erweiterte Informations- und Partizipationsmöglichkeiten ergänzt werden. Der Einsatz von Kompensationsmaßnahmen könnte in Einzelfällen sinnvoll sein, um ungerechte Kosten-Nutzen-Verteilungen auszugleichen. Dagegen scheint die Verfolgung einer staatlichen Durchsetzungsstrategie nicht geeignet, die verhärteten Fronten aufzubrechen und die (gemeinsame) Suche nach adäquaten Problemlösungen zu fördern. In traditionellen Verwaltungsverfahren bereitet es oft Schwierigkeiten, Forderungen nach "neuen" Umgangsformen und erweiterten Mitwirkungsmöglichkeiten umzusetzen. Dafür bieten sich innovative Konfliktlösungsansätze an, die auf Verhandlungslösungen basieren. Bisherige Erfahrungen zeigen, daß insbesondere Mediationsverfahren, bei denen eine neutrale Person (Mediator oder Mediatorin) den Konfliktbeteiligten dabei hilft, eine einvernehmliche Problemlösung zu erzielen, zur Regulierung von Umweltkonflikten vielversprechend sind. Die Erprobung solcher "alternativen" Konfliktregulierungsverfahren, erfordert den Mut und die Bereitschaft zu Verfahrensexperimenten. Ein Versuch erscheint dennoch lohnend: Die Wahrscheinlichkeit, zu sachgerechten und gemeinsam getragenen Problemlösungen zu kommen, wird damit gesteigert.


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Last change: 2005-03-22 13:36